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  • Titel
    Die Pilzflora von Bannwaeldern in Baden-Wuerttemberg : Ein Beitrag zur Kenntnis der Vergesellschaftung Hoeherer Pilze in einigen sueddeutschen Waldgesellschaften
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1989
  • Illustrationen
    1 Abb., 90 Tab., 1 Anh., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2354
  • Datensatznummer
    200034764
  • Quelle
  • Abstract
    Waehrend der Jahre 1970 bis 1987 wurden 15 Bannwaelder auf ihre Pilzvegetation hin untersucht. Insgesamt wurden dabei in den Waldgebieten 1158 Pilzarten nachgewiesen. Den verschiedenen Waldgesellschaften (Auwald, Buchen-Eichen-Hainbuchen-Mischwaelder, Kiefernwaelder, montaner Buchen- Tannen-Wald, montaner bis hochmontaner Nadelwald auf saurem Gestein) konnten spezifische Pilzarten zugeordnet werden. Bei der Einbeziehung von Pilzen in die Bewertung von Biotopen ist zu beruecksichtigen, dass sie als heterotrophe Organismen aufgrund ihrer Substratwahl artspezifische und teilweise sehr enge Bindungen an ihre Substrate besitzen Die Kenntnis dieser Arteigenschaften ermoeglicht Aussagn ueber die Lebensbedingungen an den verschiedenen Wuchsorten. Auwaelder zeichnen sich durch eutrophe Standorte bevorzugende saprophytische Arten und charakteristische Holzabbauer aus; gleichzeitig sind hier die Mykorrhizaarten sowohl in der Anzahl der Arten als auch der gebildeten Fruchtkoerper sehr gering vertreten. Die Eichen- Buchen-Mischwaelder und Eichen-Hainbuchen-Waelder koennen mit Hilfe der Pilzvegetation gut charakterisiert werden. Stenoeke, fuer Eichen spezifische Pilzarten eignen sich als Bioindikatoren sehr gut, um die oekologischen Verhaeltnisse dieser Standorte mitzubeschreiben. Besonders typisch ist die Zusammensetzung der Pilzflora eines Eichen-Hainbuchenwaldes im Banwald Sommerberg. Der Bannwald Greifenberg ist zwar artenaermer, zeigt aber klar den Grundbestnd der Pilzflora on Eichenmischwaeldern. Eine Ausnahmestellung innerhalb dieser Bannwaldgruppe nimmt der Bannwald Eisenbachhain ein, der auf nur 8 ha 422 Arten bietet. Gruende dafuer liegen sicherlich einmal an der sehr langen Zeit der Unterschutzstellung und im Alterszustand der Baeume, wobei das Fallholz, das in allen Zersetzungsstadien hier zur Verfuegung steht, vielen lignicolen Arten einen Wuchsort bietet. Die Buchen- Tannen-Waelder in der montanen Region sind zwar unterschiedlich stark forstlich beeinflusst. Ihr Fichtenanteil ist daher hoehr als unter natuerlichen Bedingungen; aber allen ist gemeinsam, dass der Anteil an laubbaumbegleitenden Pilzarten sowohl bei den Sprophyten als auch bei den Mykorrhizaarten gegenueber den Naadelbaumbegleitern sehr hoch ist. Einige Arten koennen als Indikatoren fuer Fichtenforste eingesetzt werden. Eine hoehere Zahl an Tannenbegleitern zeigt an, wie naturnah und unbeeinflusst ein Waldbestand ist. Dabei praegen sisch die geologischen und pedologischen Verhaeltnisse besonders bei der Zusammensetzung der Mykorrhizaarten, die klimatischen Bedingungen deutlicher bei lignicolen Abiesbegleitern. In den sauren Nadelwaeldern auf Buntsandstein setzt sich die Pilzvegetation neben den unspezifischen Nadelstreuzersetzern aus acidophilen Arten zusammen. In den artenarmen Tannen-Mischwaeldern (Vaccinio-Abietum) ist der Anteil der Laubbaumbegleiter ausserordentlich gering. ..