Titel
Pollenanalytische Untersuchungen zur Frage der natürlichen Bewaldung im oberen Waldviertel (Litschauer Raum)
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1970
Illustrationen
18 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
673
Datensatznummer
200031938
Quelle
Abstract
Im Litschauer Raum mit mässig trocken-subkontinentalen Klimabedingungen herrscht bereits von Natur aus ein nadelbaumreicher Waldgesellschaftskomplex vor, der Parallelen zum hercynisch-sudetischen Bergmischwaldgebiet aufweist (von Lärche abgesehen). Neben Fichte spielt im Naturwald Tanne die beherrschende Rolle, während die Buche nur als sekundäre Mischbaumart zu werten ist. Da der Kiefer im Naturwald eine bescheidene Rolle zukommt, weisen die vorhandenen Kiefernbestände auf eine erhebliche Standortsdegradierung hin. Diese nachhaltige Verschlechterung der standörtlichen Leistungsfähigkeit geht auf die jahrhundertelange "unentgeltliche Entwicklungshilfe" des Waldes für den industriellen Aufschwung und die landwirtschaftliche Existenzsicherung zurück, da bis in die Neuzeit der Wald unerlässlichche Lebensgrundlage in diesem Raum war. Nach den pollenanalytischen Ergebnissen spielt für eine biologische Sanierung die Tanne die entscheidende Rolle, nicht dagegen die Buche. Erst in Jahrhunderten kann auf natürlichem Wege das Produktionspotential wieder auf die ehemalige Höhe gebracht werden. Durch kombinierte Meliorationsmassnahmen (Düngung in Verbindung mit Anbau von biologischen Hilfsbaumarten unter Zaunschutz) kann der Sanierungszeitraum erheblich abgekürzt werden. Dies ist mit grossen Kosten verbunden. Eine Subventionierung dieser Massnahmen waere nichts anderes als eine "Rückvergütung für die geleistete Entwicklungshilfe des Waldes in der Vergangenheit".