Titel
Phytophage Arthropoden an Erlen (Alnus spp.) in bachbegleitenden Gehoelzsaeumen Oberfrankens. Teil 1/ Klopfprobenuntersuchung
Verfasser
Erscheinungsjahr
1997
Illustrationen
33 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
638
Datensatznummer
200031809
Quelle
Abstract
1. Die aroreale Arthropodenfauna von Schwarz- (Alnus gutinosa) und Grauerle (Alnus incana) wurde 1990 mit Hilfe der Klopfprobenmethode an drei bachbegleitenden Gehoelzsaeumen in der Umgebung von Bayreuth (Oberfranken) erfasst. 2. Phytophage Taxa stellten 59% der Individuen in den Klopfproben (davon waren 40% Saeftesauger); Raubarthropoden und Parasitoide machten ca. 22% aus. Die Abundanzdynamik der einzelnen Folivorengruppen (Rhynchoten, Kaefer, Blattwespen- und Schmetterlingslarven) wird dargestellt. Folivore Arthropoden besiedeln die Erlen waehrend ihrer gesamten Vegetationsperiode, wobei die hoechsten Individuendichten im Zeitraum Juli bis Mitte August erreicht werden. 3. Unter den 21 festgestellten Blattwespenarten waren Monosoma pulverata, Nematinus luteus, Platycampus luridiventris, Nematinus abdominalis und Nematus abdominalis und Nematus polyspilus am haeufigsten. Bei den phytophagen Kaefern (41 Arten) dominierten Pyrrhalta lineola, Agelastica alni, Linaeidea aenea, Phyllobius calcaratus und Polydrusus sericeus. An einem der Standorte fand an Alnus glutinosa eine Massenvermehrung des im Binnenland nur selten an Erlen fressenden Behaarten Weidenblattkaefers (Pyrrhalta lineola) mit teilweisem Kahlfrass statt. 4. Zwischen den beiden Erlenarten und zwischen den beprobten Bachsaeumen waren z.T. grosse Unterschiede in der Phytophagenbesiedlung und in der Dominanzstruktur der Zoenosen der Blattwespenlarven und der phytophagen Kaefer festzustellen. Zwischen den nord- und suedexponierten Seiten der Erlensaeume konnten hingegen nur geringe Unterschiede festgestellt werden. 5. Die Funktion der Erle als Nahrungsressource fuer Phytophage wird diskutiert. Dabei wird der Phaenologie der Erle als Baumart des Populus-Typs (sensu Hoffmann u. Lyr 1973) eine entscheidende Bedeutung fuer die auch spaeter im Jahr noch hohen Folivorenartenzahlen und -abundanzen zugemessen. So stellen Erlen wegen ihres langandauernden Triebwachstums, im Gegensatz zu Gehoelzpflanzenarten des Quercus-Typs, bis in den Spaetsommer hinein sowohl junge, als auch alte Blaetter bereit.