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  • Titel
    Schutzwald im Taminatal - Wiederherstellung nach dem Sturm
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Illustrationen
    4 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    638
  • Datensatznummer
    200031703
  • Quelle
  • Abstract
    Der Sturm vom Februar 1990 hat in vielen Schutzwaeldern der Schweiz grossflaechige Zerstoerungen angerichtet. Der vorliegende Erfahrungsbericht beschreibt die Situation und die fuer die Sanierung eingeleiteten Massnahmen im Revier Pfaefers des Kantons St. Gallen. Das betroffene Waldgebiet wurde zu einem umfassenden Projektperimeter von 485ha zusammengefasst. Dies ermoeglicht nebst den eigentlichen Wiederherstellungsmassnahmen auch die Planung und Ausfuehrung von praeventiven Eingriffen in den nicht direkt betroffenen Bestaenden. Im Sinne einer integralen Planung wurden alle interessierten Kreise zur Darlegung ihrer Anliegen eingeladen. In der uebergeordneten Zielsetzung steht die Wiederherstellung der Schutzwirkung des Waldes klar im Vordergrund. Kurzfristig geht es darum, das Schadensausmass zu begrenzen und offensichtliche Gefahren zu reduzieren. Langfristig soll eine moeglichst naturnahe und reich strukturierte Bestockung herangezogen werden, um das Schadensrisiko bei zukuenftigen Ereignissen zu senken. Bei allen Massnahmen soll das natuerliche Selbstregenerationspotential wenn immer moeglich ausgenuetzt werden. Die Ausgangslage fuer die Ausfuehrung der Massnahmen wurde weitgehend durch die Beurteilung der zu erwartenden Borkenkaeferentwicklung gepraegt. Angesichts des Ausmasses der Schaeden und der schwierigen Topographie musste eine "saubere Bewirtschaftung" als aussichtslos erachtet werden; auf eine konsequente Kaeferbekaempfung wurde in der Folge verzichtet. Dieser Entscheid eroeffnete die Moeglichkeit, das Sturmholz und das anfallende Kaeferholz auf einzelnen Flaechen als biologische Verbauung gegen Schneebewegungen zurueckzulassen. An Haengen, an denen die Lawinengefahr offensichtlich iist, werden Rundholzrechen aus Kastanienholz gebaut. Mit Hilfe von Dreibein-Boecken werden kleinflaechige natuerliche Verjuengungsansaetze gegen Schneebewegungen gesichert, um damit einen Ersatz fuer neu entstandene Bloessen zu schaffen. Naturnaher Waldbau und Schutzwaldpflege setzen voraus, dass die Wildschadenbelastung dem Lebensraum angepasst wird. Waldbauliche Massnahmen muessen jedoch gleichzeitig auch die Verbesserung des Lebensraumes zum Ziel haben. Die natuerliche Verjuengung stellt sich auf vielen Flaechen schneller und ueppiger ein, als erwartet. Die flaechendeckende, kuenstliche Wiederaufforstung, wie sie frueher ueblich war, haette sich in vielen Faellen als ueberfluessig erwiesen. Pflanzungen bilden deshalb die Ausnahme und werden vorwiegend an gefaehrlichen Steilhaengen ausgefuehrt. Mit Pflanzungen wird auch der Versuch unternommen, den Laubholzanteil in den Bestaenden hoeherer Lagen zu erhoehen. Auf die Jungwuchspflege wurde bis anhin verzichtet, da beobachtet werden kann, dass die Pflanzen der Konkurrenzvegetation zu entwachsen vermoegen - sogar in den typischen Hochstaudenfluren. Die Dickungspflege ist insofern von Bedeutung, als durch eine grosszuegige Pflege von Kollektiven die zuekuenftige Struktur des Waldes beeinflusst werden kann. Gleichzeitig wird durch das Freihalten von Schneisen und Lichtungen die Bejagung erleichtert und die langfristige Erhaltung von Aesungsflaechen gesichert. Zu einer integralen Schutzwaldpflege gehoert im Sinne der langfristigen Zielsetzung auch die Pflege der vom Sturm nicht geschaedigten Bestaende. In der weiteren Projektarbeit sollen in solchen Bestaenden Eingriffe zur Verbesserung der Stabilitaet und zur fruehzeitigen Einleitung der Verjuengung vorgenommen werden. Das zurueckhaltende und etappenweise Vorgehen bei der Behandlung der Sturmflaechen erlaubt eine bessere Ausnutzung des natuerlichen Regenerationspotenials und damit einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Mittel.