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  • Titel
    Natuerliche Entwicklung von Waldbestaenden nach Windwurf. Ansaetze einer "Urwaldforschung" in der Bundesrepublik
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1990
  • Illustrationen
    7 Abb., 2 Tab., 30 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    638
  • Datensatznummer
    200030283
  • Quelle
  • Abstract
    Bei einem Gewittersturm am 1.8.1983 fanden im Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald zahlreiche relativ grossflaechige Windwuerfe statt, wobei besonders die Fichten-Auwaelder betroffen waren. Innerhalb der Reservatszone findet seitdem eine vom Menschen unbeeinflusste Bestandesentwicklung statt; ausserhalb dieser Gebaiete wurden die Windwurfflaechen zar geraeumt, jedoch nicht wieder kuenstlich bestockt. 1988 wurde eine Methode zur langfristigen Dokumentation der Bestandesentwicklung entworfen und die erste Bestandeserhebung durchgefuehrt. Dabei lassen sich 5 Jahre nach dem Sturmereignis folgende Feststellungen treffen: 1. Auf der belassenen Windwurfflaeche wird die Bodenvegetation nach wie vor von den typischen Waldbodenpflanzen des Fichtenwaldes beherrscht, u.zw. sowohl der Artenzahl als auach der Artmaechtigkeit nach. Dagegen treten auf der geraeumten Windwurfflaeche insbesondere die Schlagflurarten nach Artenzahl und Artmaechtigkeit so stark hervor, dass von einer Schlagflurgesellschaft (hier: Rubetum idaei) zu sprechen ist. 2. Auf der belassenen Windwurfflaeche treten Bestaende mit dem soziologischen Charkter einer Schlagflur nur punktuell, u.zw. im Bereich der durch Herausheben der Wurzelteller entstandenen Mulden auf. 3. Der Gehoelzwuchs setzt sich auf der belassenen Windwurfflaeche aus Fichte und Birke zusammen, wobei sich die Fichten- Population ueberwiegend aus bereits vor dem Windwurfereignis vorhandenen, unterstaendigen Individuen rekruiert, die Birken-Population aber erst nach dem Ereignis eingeflogen ist. Auf der geraeumten Flaeche ist die Birke zwar ebenfalls stark vertreten, die Fichte aber deutlich schwaecher; moeglicherweise wurde die Fichten-Ausgangspopulation durch die Raeumungsarbeiten weitgehend vernichtet. 4. die sich neu entwickelnde Baumschicht laesst auf den belassenen Windwurfflaechen bereits im 5. Jahr nach Bestandesstoerung den Aufbau eines Fichten-Bestandes erkennen, der - je nach Verteilungsmuster der unterstaendigen Pflanzen - eine kleinraeumige wechselnde Dichte annehmen wird. Dagegen geht die Entwicklung auf der geraeumten Flaeche staerker in die Richtung eines Birken-Vorwaldes. 5. Damit laufen auf belassener und geraeumter Windwurfflaeche bei der Rueckkehr zu einem standortsgemaessen Waldbestand prinzipiell unterschiedliche Entwicklungsprozesse ab: ab der geraeumten Flaeche Abfolge verschiedener Pflanzengesellschaften (Sukzession), auf der belassenen Flaeche Restitution einer Baumschicht bei wenig veraenderter Krautschicht. 6. Grund fuer die unterschiedliche Entwicklung ist der unterschiedliche Grad der mechanischen Bodenstoerung: auf der geraeumten Flaeche fast ueberall, auf der belassenen Flaeche nur im Bereich der herausgehebelten Wurzelteller. .........