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  • Titel
    Erkenntnisse zur Walderneuerung in den Bayerischen Alpen
  • Paralleltitel
    Findings on forest regeneration in the Bavarian Alps
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Hamburg
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1990
  • Illustrationen
    1 Abb., 9 Tab., 5 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    638
  • Datensatznummer
    200030250
  • Quelle
  • Abstract
    Inventurergebnisse wie okulare Beobachtungen zeigen, dass der Bergwald des Bayerischen Alpenraumes sich entmischt: Tanne, Eibe, Ahorn und etliche andere Laubbaumarten fallen fast völlig aus, und die Buche verliert an Anteil. Übrig bleibt im wesentlichen die Fichte. Umfangreiche und eingehende Forschungsarbeiten der Autoren waren der Frage nach den Ursachen dieser Erscheinung gewidmet. Sie haben ergeben, dass die Verjüngungsfähigkeit des Bergwaldes völlig intakt ist: Samenproduktion, Überwinterung der Samen, deren Keimung und das Anwachsen sowie die weitere Entwicklung der jungen Pflanzen laufen so ab, dass eine dichte und vitale Verjüngung entsteht, an der alle Baumarten beteiligt sind. Eine gleichermassen befriedigende Situation ergibt sich - selbst unter stark von neuartigen Waldschäden betroffenen Hochlagen-Beständen-, wenn die jungen Bäume gepflanzt werden, der Verjüngungsprozess also nicht auf natürlichen Abläufen basiert. Die Schwierigkeiten bei der Erhaltung (und gegebenenfalls Wiederausbreitung) der Mischbestände - und das haben alle Studien klar ergeben - werden durch das im Gebirgsraum aus jagdlichen Gruenden in grosser Dichte gehaltene Schalenwild verursacht. Vor allem im Winterhalbjahr kommt es zu starkem Verbiss, dem die Mischbaumarten Tanne, Eibe, Ahorn, Esche und andere Laubbaumarten nahezu vollständig zum Opfer fallen. Der Auftrieb von Weidetieren im Sommer verstärkt die Schäden an den Laubbaumarten. Die Wirkung der Weide auf den Verjüngungsprozess reicht jedoch für eine Erklürung des fast völligen Ausfalls der Mischbaumarten nicht aus. Das gilt um so mehr, als die Tanne vom Weidevieh kaum geschädigt wird. Die Erhaltung und Wiederausbreitung des gemischten Bergwaldes, und das ist die Konsequenz dieser Untersuchungen, ist nur möglich, wenn die Bewirtschaftung der Schalenwildpopulationen in Zukunft ausschliesslich nach waldbaulichen Kriterien erfolgt.