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  • Titel
    Folgerungen aus der Hoeglwald-Forschung. Fuer die forstliche Praxis
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1994
  • Illustrationen
    11 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4223
  • Datensatznummer
    200028027
  • Quelle
  • Abstract
    Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse aus der Hoeglwaldforschung werden drei Themenbereiche im Hinblick auf die forstliche Praxis diskutiert: 1) Die Stickstoffproblematik, 2) die saure Deposition und 3) die Waldkalkung. Die Stickstoffproblematik ergibt sich aus dem erhoehten Eintrag von pflanzenverwertbaren Stickstoffverbindungen in die Waelder ueber die Luft. Besonders betroffen sind immergruene Nadelwaelder mittleren und hoeheren Alters aufgrund ihrer grossen Filterwirksamkeit. Der eingetragene Stickstoff entstammt zum grossen Teil dem Kraftfahrzeugverkehr und der Landwirtschaft. Die Auswirkung dieser Stickstoffeintraege zeigt sich zwar bislang ueberwiegend positiv in einer seit einigen Jahrzehnten anhaltenden Zuwachshausse, denn auf grossen Flaechen war Stickstoff der wuchsbegrenzende Faktor. Daneben treten jedoch mehr und mehr negative Effekte hervor, denn die Waelder geraten in den Zustand der Stickstoffsaettigung und schliesslich Uebersaettigung. Ein grosser Teil des ueberschuessigen Stickstoffeintrages kann dann im Oekosystem nicht mehr gespeichert werden. Er wird wieder abgegeben und gelangt als Nitratstickstoff in das Grundwasser oder als Lachgas oder Stickstoffmonoxid in die Atmosphaere zurueck. Beides kann sich nachteilig auswirken. Die geringe Nitratkonzentration in den Wasserressourcen der Waelder galt bisher als besonderes Qualitaetsmerkmal. Das Lachgas hingegen ist Treibhausgas und Ozonkiller. Weitere negative Auswirkungen sind: - Erhoehte Bodenversauerung durch uebermaessige Nitratbildung und damit verstaerkte Naehrstoffauswaschung, - Stickstoffueberernaehrung der Baeume, verbunden mit erhoehter Anfaelligkeit fuer Schaedlinge, sowie - Minderung der Standfestigkeit infolge grosser Kronen und vermehrter Zuwachsallokation im oberen Schaftdrittel. Die Massnahmen der Praxis gegen die erhoehte Stickstoffdeposition sind extrem gering, so dass allein eine Emissionsminderung Entlastung bringen kann. Erhoehter Nutzungsentzug ist keine Loesung, da dadurch die Naehrstoffdisharmonie noch weiter verstaerkt wuerde. Ein vermehrter Laubholzanbau wirkt sich erst nach Jahrzehnten positiv aus, doch besteht auch hier, nur graduell schwaecher, die Gefahr der negativen Effekte der Stickstoffueberfrachtung. Wichtig erscheint, den Forstschutzaufwand zu erhoehen. Auch ist darauf zu achten, dass auf naehrstoffarmen Standorten vermehrt Mangelsituationen auftreten koennen, die Ausgleichsduengungen notwendig machen. Von Bedeutung ist die Frage der Aufforstung landwirtschaftlicher Flaechen im Hinblick auf den Stoffhaushalt von Landschaften, da besonders Nadelbestaende sich vermehrt als Stickstoff- Transformatoren in Landschaften auswirken. Die starken Versauerungsschuebe, die im Hoeglwald durch die bodeninterne Salpetersaeurebildung (Ueberschussnitrifikation) und den sehr hohen experimentellen Saeureeintrag entstanden, fuehrten zu keiner Wuchsdepr..