Titel
Pollenanalysen zur Bestandesgeschichte der Hochlagenwälder am Plöckenstein (Böhmerwald)
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1995
Illustrationen
45 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200027008
Quelle
Abstract
Zwei Pollendiagramme aus einem kleinen Waldmoor bei 1200m zeigen bis in die fruehe Neuzeit die urspruengliche Vegetation eines Buchen-Fichtenwaldes im unteren Bereich der heutigen subalpinen Fichtenstufe. Ursache fuer die bemerkenswerte damalige Hoehenlage ist ausser der lokalklimatisch guenstigen Suedexposition das bessere Naehrstoffangebot der noch nicht degradierten Boeden auf heute buchenfeindlichem Granit-Podsol. Die seit dem Mittelalter sich den Hochlagen sukzessiv naehernden Rodungen erreichten diese Waldbestaende erst ab Mitte des 16. Jahrhunderts. Glashuettenindustrie seit dem 17. und intensive Holztrift seit dem 18. Jahrhundert brachten bis Mitte des 19. Jahrhunderts schwere Waldverwuestungen. Die nachfolgende Forstwirtschaft betrieb in allen Lagen Fichtenanbau, beguenstigte an Haengen aber zeitweise auch die Buche. In der langdauernden Naturwaldphase hat sich dank der Standortgunst die klimatisch bedingte spaetmittelalterliche Fichtenausbreitung nicht ausgewirkt. Die heutige Grenze zwischen subalpiner Fichten- und montaner Mischwaldstufe ist hier ganz ueberwiegend anthropogen, nachdem die Naturverjuengung der Fichte schon in der Exploitationsphase merklich zugenommen hatte.