Titel
Schutzwälder in Deutschland als Instrument der Walderhaltung und des Einkommenstransfers. : Ein brauchbarer Ansatz für den nachhaltigen Schutz von Wäldern weltweit?
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1993
Illustrationen
6 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200026865
Quelle
Abstract
Schutzwaelder werden in Deutschland auf der Grundlage entsprechender gesetzlicher Normierungen foermlich ausgewiesen. Sie sollen dem Schutz von Menschen und Sachguetern vor schaedlichen Umwelteinfluessen in besonderer Weise dienen. Um die Schutzwirkung nicht zu gefaehrden, ist die wirtschaftliche Nutzung solcher Waelder nicht selten durch behoerdliche Auflagen in Form von Rechtsverordnungen eingeschraenkt. Fuer die dadurch verursachten Minderertraege bzw. Mehraufwendungen ist der Waldeigentuemer vom Staat oder den Nutzniessern der Schutzwirkungen angemessen zu entschaedigen. Wegen ihrer besonderen landeskulturellen Bedeutung ist die Umwandlung von Schutzwaeldern fuer eine andere Bodennutzung ueber das allgemeine Walderhaltungsbegot hinaus zusaetzlich erschwert. Weil in Deutschland die volkswirtschaftliche Bedeutung der Forstwirtschaft in Relation zum Bruttosozialprodukt sehr gering (0,1%) und die Ertragslage der Forstbetriebe insgesamt schwierig bis schlecht ist, dagegen der Schutz vor Umweltgefahren in einem so dicht besiedelten Land grosse und wachsende Bedeutung hat, waere die vermehrte Ausweisung von Schutzwaeldern ein Weg, die Existenz der Forstbetriebe ueber eine angemessene Verguetung fuer die Bereitstellung und Pflege ausreichend grosser Schutzwaelder zu sichern. Zugleich ist jeder Schutzwald ein zusaetzlicher Beitrag fuer das Ziel der Walderhaltung. Das Prinzip der Schutzwaldbestimmungen in Deutschland auf die von Vernichtung bedrohten Waeldern der Erde, insbesondere der tropischen Regenwaelder, uebertragen, koennte moeglicherweise helfen, deren Erhalt langfristig zu sichern. Erforderlich waere dazu, tropische Regenwaelder wegen ihrer Bedeutung, zum Beispiel fuer das Weltklima, als globale Klimaschutzwaelder zu definieren und auszuweisen. Oekonomische Einbussen durch Verzicht auf die weitere Rodung dieser Waelder fuer agrarische Zwecke oder exploitative Holznutzung waeren dann konsequenter Weise von den Nutzniessern der Schutzwirkungen, insbesondere auch den hochentwickelten Industrienationen, z.B. entsprechend ihrer jaehrlichen CO2-Emissionen, auszugleichen.