Titel
Die Rolle des Waldes, der Holzbiomasse und der Solarenergie zur Stabilisierung des Glashauseffektes
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1992
Illustrationen
36 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200026857
Quelle
Abstract
Jährlich werden zur Zeit global etwa 7 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form von CO2 aus der Verbrennung fossiler Energietraeger und des ersatzlosen Abbaues rezenter organischer Substanzen in die Erdatmosphaere ermittiert. Es werden Ueberlegungen zur Pufferung der sich in der Atmosphaere jaehrlich ansammelnden 3 Mrd. t Kohlenstoff durch Holzbiomasse angestellt. Diese Menge entspricht derzeit einer jaehrlichen CO2-Zunahme von 0,5% bzw. 1,75 ppmv in der Atmosphaere. Etwa 78% des globalen Energiebedarfes werden, bei einem jaehrlichen Anstieg von etwa 3%, aus fossilen Energietraegern gedeckt. Dies entspricht etwa derzeit einer jaehrlichen Emission von 5,5 Mrd. t C in Form von CO2 mit einer Zunahme von jaehrlich etwa 165 Mio. t. Die gezielt zur CO2- Pufferung eingesetzten Holzbiomassen muessten zur Stabilisierung des Glashauseffektes, vor dem Recycling gesichert, dauerhaft verwahrt bzw. vor einer Zersetzung gesichert verwertet werden. Es werden einfache Uberlegungen zur Pufferung des CO2-Zuwachses durch Holz in jaehrlich 3 Mrd. t C in Form von CO2 in der Atmosphaere, also ohne Beruecksichtigung von Rueckkoppelungseffekten, angestellt. Alleine zur Pufferung der derzeit jaehrlich aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen in Oesterreich ermittierten 56,5 Mio. t CO2 muesste bei einem mittleren jaehrlichen Zuwachs von 6 Kubikmeter die fuenffache derzeit genutzte Waldflaeche, entsprechend der 2,3fachen Staatsflaeche, zur Verfuegung stehen. Aus den Waldzerstoerungen in den Tropen resultiert zur Zeit eine CO2-Emission in der Hoehe von etwa 1,5 Gt C pro Jahr. In den Tropen haben von 1950 bis 1985 nicht nur die Waldflaeche, sondern auch die Savannen zugunsten des Kulturlandes abgenommen. Bei solchen Umwandlungen werden insbesondere auch ueber den Anbau von organischen Substanzen im Boden beachtliche Mengen von CO2 freigesetzt. Eine aehnliche Entwicklung ist ueber Umweltschaeden an den Waeldern zu befuerchten. Auf dem Hintergrund einer globalen Erwaermung ist aber auch ueber dem Abbau von Bodenhumus in Abhaengigkeit vom Ausmass der jaehrlichen Temperaturzunahme mit bedeutenden Freisetzungen von CO2, also Rueckkoppelungen, zu rechnen. Der Einsatz von Holzbiomasse zur Deckung des weiter steigenden Energiebedarfs der Welt duerfte eher bescheiden bleiben. Der jaehrliche Energiebedarf steigt zur Zeit um mindestens 3%. Um diesen Anstieg zu decken, muesste die nachhaltige 6 Kubikmeter pro Hektar und Jahr produzierende Waldflaeche jaehrlich um 110 Mio. Hektar ansteigen. Das entspraeche etwa 17,5% der derzeit nachhaltig bewirtschafteten Waldflaeche der Welt von ca. 630 Mio. Hektar. Aus den Ausfuehrungen resultiert u.a., dass eine dauernde nachhaltige Pufferung der CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ueber die Holzbiomasse aussichtslos ist, ebenso wie etwa eine Deckung des steigenden Energiebedarfes ueber Biomassen. Es wird mit Nachdruck ...