Titel
Naturwaldreservate und das Leitbild "Natuerlichkeit" : Eine historische Analyse forstwissenschaftlicher Forschung
Verfasser
Erscheinungsjahr
1995
Illustrationen
63 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200025594
Quelle
Abstract
Die Idee, Flaechen in der mitteleuropaeischen Kulturlandschaft der menschlichen Nutzung zu entziehen und sich selbs zu ueberlassen, entstand vor ca. 100 Jahren. Die mit diesen Flaechen (Naturwaldreservaten) verbundenen Zielvorstellungen und erhofften wissenschaftlichen Erkenntnisgewinne unterlagen dabei charakteristischen Zeitstroemungen, die sich in 4 Phasen gliedern lassen. Die Entstehungsphase im Umfeld der fruehen Naturschutzbewegung, eine nutzungsorientierte, von der Forstwirtschaft gepraegte Phase, die Zeit der systematischen Ausweisung von Naturwaldreservaten mit oekologischem Schwerpunkt unter dem Einfluss der Systemtheorie und eine aktuell gefuehrte Diskussion mit der Hinwendung zum Prozessschutz. Phasenverbindend ist dabei der Erkenntnisdrang nach dem "Natuerlichen", die Vorstellung einer "Natuerlichkeit", die als Soll-Wert oder Leitbild von aussen vorgegeben ist. Diese retrospektive Betrachtung bildet die Grundlage fuer eine Analyse, welche Erkenntnisgewinne aus heutiger Sicht am Objekt Naturwaldreservat gewonnen werden koennen. Es wird der Standpunkt herausgearbeitet, dass Naturwaldreservate nicht a priori normierenden Charakter fuer Natuerlichkeit oder Naturnaehe besitzen, sondern lediglich das Erkennen einer sich bei den gegebenen Ausgangsbedingungen manifestierenden Entwicklungslinie des derzeitigen biotischen Potentials ermoeglichen.