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  • Titel
    Die Wiederentdeckung des Femelwaldes. : Auf forstgeschichtlicher Spurensuche im Bücherschrank eines badischen Forstamtes
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1993
  • Illustrationen
    28 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    621
  • Datensatznummer
    200025246
  • Quelle
  • Abstract
    Einhundersechzig Jahre nach dem Verbot durch das - bis 1976 geltende - badische Forstgesetz ist das Femeln (oder auch: Plentern) durch Erlass im Staatswald von Baden-Wuerttemberg wieder zugelassen worden. Die Vorzuege dieser im Schwarzwald originaeren Waldbau- und Produktionsform vor allem fuer die Starkholzzucht sowie fuer die Nachzucht der Weisstanne im Bergmischwald sind zwar kaum jemals gaenzlich in Frage gestellt worden. Dennoch hat das Fuer und Wider um den Femelwald die Meinungen in Literatur und Praxis in einer Weise gespalten, wie sie in der mitteleuropaeischen Forstgeschichte nur wenige Parallelen findet. Die Auseinandersetzung gipfelte in den Zwanzigerjahren in beispiellosen Verunglimpfungen, deren Nachwirkungen noch bis auf den heutigen Tagen zu spueren sind. Der Vorstehende Beitrag geht aus dem Blickwinkel eines Forstamtsleiters der Frage nach, wie es zu dieser erstaunlichen Eskalation kommen konnte. Herangezogen werden Fundstellen aus dem forstamtlichen Buecherschrank und aus den Forstamtsakten. Die Rueckbesinnung auf den zu Unrecht verfemten Femelwald ist mehr als ein Akt der Wiedergutmachung. Es offenbart sich darin das Bemuehen um mehr Naturnaehe im oeffentlichen Wald: Seit der Waldbau mehr und mehr zum blossen Reparaturbetrieb zu verkommen droht, waechst die Einsicht, dass dem Streben nach mehr Bestandesstabilitaet und nach Verringerung der Kalamitaetsnutzungen im Forstbetrieb die alles ueberragende Vorrangstellung zukommen muss. Ordnung und Berechenbarkeit, ehedem die Grundpfeiler und Aushaengeschilder deutscher Forstwirtschaft, muessen unter den veraenderten Rahmenbedingungen demgegenueber weit zuruecktreten.