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  • Titel
    Wie gross sollten Populationen sein, um bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten?
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1992
  • Illustrationen
    28 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    621
  • Datensatznummer
    200025028
  • Quelle
  • Abstract
    Deterministische und zufallsbedingte Faktoren koennen zum Aussterben von Tier- und Pflanzenpopulationen fuehren. Der Prozess des Aussterbens ist deterministisch, wenn einzelne unausweichliche Veraenderungen der Umwelt - z.B. grossflaechige Klimaveraenderungen - ein Ueberleben nicht mehr ermoeglichen. Demographische, umweltbedingte und genetische Zufallsfaktoren sowie Naturkatastrophen reduzieren oftmals die Populationsgroesse, fuehren aber nur in seltenen Faellen zur Vernichtung der gesamten Populationen. Genetische Varation ist fuer die Anpassungsfaehigkeit einer Art oder einer Lokalpopulation zwingend erforderlich. Ohne genetische Variation ist ein Ueberleben langfristig nicht moeglich. Daher kommt der Erhaltung genetischer Variation beim Management von gefaehrdeten Arten oder Populationen besondere Bedeutung zu. Bei vielen Tier- und Pflanzenarten tragen Individuen i.d.R. in unterschiedlichem Masse ihre Erbinformationen zur naechsten Generation bei. Aus diesem Grund ist die genetisch-effektive Populationsgroesse beim genetischen Management entsprechend zu beruecksichtigen. Familienstrukturen, d.h. unterschiedliche Anzahl maennlicher und weiblicher Individuen und die Groesse ihrer Nachkommenschaft haben einen entscheidenden Einfluss auf die genetisch-effektive Groesse (Ne) einer Population. Schwankungen der Populationsgroesse von Generation zu Generation sind neben anderen Faktoren fuer Ne ebenfalls bedeutsam. Basierend auf verschiedenen, genetischen Modellen kann die kleinste, noch ueberlebensfaehige Population (MVP) ermittelt werden. Fuer viele Tierarten wurd wahrscheinlich eine genetisch- effektive Populationsgroesse von groesser gleich 500 ausreichend sein. Populationen langlebiger Pflanzenarten hingegen sollten eine genetisch- effektive Groesse von groesser gleich 2000 aufweisen. Es sei betont, dass es sich bei der genannten Anzahl um Schaetzwerte handelt. In realen Populationen wird insbesondere durch das Paarungssystem und den Genfluss die erforderliche Mindestgroesse einer Population stark beeinflusst.