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  • Titel
    Pollenanalytische und nutzungsgeschichtliche Untersuchungen zur Rekonstruktion des historischen Verlaufs der Boden- und Gewässerversauerung im Nordschwarzwald
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsjahr
    1990
  • Illustrationen
    7 Abb., 44 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    621
  • Datensatznummer
    200024493
  • Quelle
  • Abstract
    Pollendiagramme von datierten Sedimentkernen aus 2 sauren Seen im Nordschwarzwald und die Auswertung der lokalen Waldnutzungsgeschichte verdeutlichen den starken anthropogenen Einfluss auf die Vegetationszusammensetzung. Die intensiven Nutzungspraktiken (Waldweide, Streunutzung, Harzen, Köhlerei, Glasherstellung) setzten teilweise schon im Mittelalter ein und dauerten vereinzelt bis in dieses Jahrhundert. Diese und besonders die devastierenden Kahlhiebe im Zuge des "Holländerholzhandels" in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bewirkten eine allmähliche Verschiebung in d. Baumartenzusammensetzung. Die ursprünglich dominierenden Arten Buche und Tanne wurden zurückgedrängt, während Fichte und Kiefer begünstigt wurden.Aus den Pollendiagrammen wird auch eine allmähliche Verlichtung der Wälder und die Ausbreitung von Heide deutlich. Die Wiederbestockung der devastierten Flächen erfolgte grösstenteils mit Fichte, da die ungünstigen Standortsbedingungen Buche und Tanne nicht mehr aufkommen liessen. Diese Veränderungen in der Vegetationszusammensetzung standen in enger Wechselwirkung mit einer zunehmenden Vernässung und Versauerung der Böden. Aus der Gegenüberstellung der Pollendiagramme mit der Versauerungsgeschichte, die in einer anderen Untersuchung aus der Verteilung fossiler Diatomeenarten in den Seesedimenten rekonstruiert wurde, wird ein deutlicher Parallelverlauf erkennbar. Somit ist wahrscheinlich, dass die Versauerung der beiden Seen auf die frühere Waldnutzung und nicht erst auf den atmogenen Säureeintrag der letzten Dekaden zurückgeht. Die Beurteilung der heutigen pH-Verhältnisse ist allerdings schwierig, da sich beide Einflüsse überlagert haben und sich in ihrer Auswirkung nicht trennen lassen.