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  • Titel
    Pfropfversuche mit Reisern grüner und vergilbter Fichten (Picea abies (L.) Karst.) aus Waldschadensgebieten : II. Anatomische Verwachsungsvorgänge
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsjahr
    1990
  • Illustrationen
    6 Abb., 1 Tab., 62 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    621
  • Datensatznummer
    200024489
  • Quelle
  • Abstract
    Zur Prüfung der Epidemiehypothese als Erklärungsansatz für die "neuartigen Waldschäden" wurden Pfropfversuche mit Reisern von Fichten aus Waldschadensgebieten mit unterschiedlicher Symptomatik durchgeführt. Die vergleichende Untersuchung der anatomischen Verwachsungsvorgänge bei Pfropfung 2jähriger Reiser grüner und bis auf den jüngsten Nadeljahrgang vergilbter Fichten ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Verwachsungsvorgänge dauern bis zur Ausbildung gemeinsamer Leitgewebeverbindungen insgesamt 7 bis 8 Wochen. Die Intermeditärbildung geht anfangs allein von der Unterlagenpflanze aus, in welcher schon 4 Tage nach der Pfropfung erste Zellteilungen feststellbar sind. Im Pfropfreis dagegen können Teilungen erst nach 8 bis 10 Tagen festgestellt werden. Zellprolifeationen gehen dabei fast ausschliesslich von parenchymatischen Zellen der primären und sekundären Rinde sowie von der Kambialregion aus. Erste parenchymatische Verbindung zwischen Pfropfreis und Unterlage, die eine erste, zwar eingeschränkte Wasserversorgung des Pfropfreises ermöglichen, entstehen nach 2 bis 3 Wochen. Der Zusammenschluss der Kambien finden 5 bis 6 Wochen nach Pfropfung statt. Eine funktionstüchtige Leitgewebeverbindung ist im Xyylembereich nach 5 bis 6 Wochen, im Phloembereich erst nach 7 bis 8 Wochen entwickelt. Im zeitlichen Verlauf der Verwachsungsvorgänge besteht bei Verwendung vergilbter Pfropfreiser gegenüber grünen kein Unterschied. Allerdings ist häufiger das Ausbleiben jeglicher Teilungsaktivität im Reis und ein Absterben der Reiser trotz vorhandener parenchymatischer Verbindungen zu beobachten. Dieser Unterschied wird mit einem gestörten Wasserhaushalt und mit geringeren Kohlenhydratreserven vergilbter Reiser in Zusammenhang gebracht.