Titel
Sturmschaeden in einem Fichtenbestand der Muenchener Schotterebene
Verfasser
Erscheinungsjahr
1991
Illustrationen
7 Abb., 4 Tab., 10 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4223
Datensatznummer
200024067
Quelle
Abstract
Der untersuchte Fichtenreinbestand im Forstamt Muenchen war auf Grund seiner standoertlichen Gegenheiten und seiner Struktur und Vitalitaet relativ sturmstabil. Die Verteilung der geworfenen Baeume im Bestand sowie dessen Randlage innerhalb der breiten Sturmstrasse der Jahrhundertorkane vom Spaetwinter 1990 lassen erkennen, dass hier, im Gegensatz zu den grossflaechigen Wuerfen im Zentrum der Sturmschneisen - eher "normale" Sturmschaeden zu beurteilen sind. Vom Sturm geworfen und angeschoben wurden weit ueberproportional zu 41 % die vorherrschenden Fichten zu 28 %, also Baeume mit niedrigen h/d-Werten und grossvolumigen Kronen: Auf den Einzelwurfparzellen wurden sie aus dem geschlossenen Bestandesgefuege "herausgeholt", waehrend benachbarte "instabile" Baeume mit hoeher angesetzten Kronen stehen bleiben. Auf den Flaechenwurzelparzellen wurden sie bereits beim ersten Sturm erfasst. Hier waren es Baeume, die auf ein groesseres Standraumangebot in der Folge von bereits weiter zurueckliegenden ZE-Ereignissen mit grossvolumigen und tief herabreichenden Kronen und mit staerkeren Durchmessern und niedrigen h/d-Werten ragiert hatten. Die Ausdehnung zu Flaechenwuerfen ging beim zweiten Sturm von dieser so entstandenen Luecke aus. Im Randbereich der ueber die beiden Parzellen Nr. 3 und 5 reichenden und 100x35 m grossen Windwurfflaechen bleiben (sowohl in Luv wie auch in Lee) ebenfalls ueberwiegend Baeume mit hoeheren h/d-Werten und hoeher angsetzten Kronen stehen. Zwar konnten die Unterschiede zwischen den vom Sturm verschonten und den betroffenen Baeumen anhand der einzelbaumparameter von Schaft und Krone auch multivariat statistisch nicht abgesichter werden, doch sind in ihrer Tendenz folgende Schlussfolgerungen moeglich: 1. Sowohl in den geschlossenen Bestandpartien wie auch in dem etwas lueckigen Teil voten die grossvolumigen Baumkronen dem Sturm erhoehte Angriffsmoeglichkeiten, was deren vermutlich bessere Wurzelverankerung nicht wett machen konnte. 2. Auf den relativ sturmstabilen Standorten der Muenchner Schotterebene vermag ein niedriger h/d-Wert die Sturmstabilitaet einzelner Baeume im gleichmaessig geschlossenen Bestand nicht ausreichend zu gewaehrleisten, da keinesfalls die Baeume mit hoeheren ("unguenstigeren") h/d-Werten vermehrt ausgefallen sind. 3. Eine Festlegung auf Z-Baeume mit grossem Standtraum, niedrigem h/d-Wert und grossvolumigen Kronen - wie es ABETZ (1,2) fordert - erscheint unter diesen Gegebenheiten nicht erforderlich, da nach einem moeglichen Ausfall keine ausreichend produktionsstarke Nachbarschaft mehr verfuegbar ist. Hier bietet sich die Auslesedurchforstung an mit der Moeglichkeit, sich den nach Sturmereignissen geaenderten Strukturen des Bestandes laufend und flexibel anpassen zu koennen. 4. Ungleichmaessigkeiten in der Bestockungsdichte bieten Ansatzpunkte fuer Sturmschaedigungen, selbst wenn die Einzelbaeume sich ...