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  • Titel
    Umweltradioaktivität und ihre Auswirkung auf die Landwirtschaft : I. Das Verhalten von Radionukliden in Boden und Pflanze
  • Paralleltitel
    Environmental radioactivity and its impact on agriculture; I. The behavior of radionuclides in soils and plants
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1987
  • Illustrationen
    9 Abb., 11 Tab., 68 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4284
  • Datensatznummer
    200021802
  • Quelle
  • Abstract
    Als Folge des Reaktorunfalles von Tschernobyl kam es in Österreich zu einem Anstieg der Umweltradioaktivität, der weit über das bisher registrierte Ausmaß hinausging. In Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge wurden sehr unterschiedliche Mengen des radioaktiven Ausfalls auf der Pflanzendecke und am Boden deponiert. Über landwirtschaftliche Produkte ist ein Eintritt von Radioukliden, vor allem von Cs-137 und Cs-134 in die Nahrungskette möglich. Die vorliegende Arbeit referiert bisherige Forschungsergebnisse zum Verhalten der bedeutendsten Radionuklide in Boden und Pflanze und bringt eigene Untersuchungsergebnisse. Jod wird in biologisch aktiven Böden durch Mikroorganismen gebunden. Seine Aufnahme in die Pflanze erfolgt sehr leicht über die Blattepidermis und durch die Spaltöffnungen. Die Translokationsintensität des Jods in der Pflanze ist gering. Caesium wird im Boden durch Tonminerale fixiert und ist deshalb nur in geringer Menge pflanzenverfügbar. Die Cs-Aufnahme wird durch Kalium kompetitiv gehemmt. Über die pflanzliche Oberfläche wird Cs leicht aufgenommen udn zu einem beträchtlichen Teil in ander Pflanzenteile verlagert. Selbst wenn die Blattkontamination in einem frühen Wachstumsstadium der Pflanze stattfindet, ist eine nennenswerte Translokation von Cs in Knollen, Früchte und Samen möglich. Strontium verhält sich ähnlich wie Calcium. Es ist im Boden überwiegend in austauschbarer Form gebunden und seine Pflanzenverfügbarkeit ist höher als die des Caesiums. Ca wirkt als Konkurrent bei der Aufnahme von Sr durch die Pflanze. Nach Aufnahme über die Wurzel wird Sr hauptsächlich im Transpirationsstrom verlagert. Bei Aufnahme über das Blatt ist die Weiterverlagerung in andere Pflanzenteile sehr gehemmt. Ruthenium wird aus dem Boden in etwa gleicher Menge wie Cs aufgenommen. Seine Mobilität in der Pflanze ist gering. Andere Spaltprodukte und Plutonium werden nur in geringen Spuren aufgenommen. Es werden für die wichtigsten Radionuklide Transferfaktoren für den Übergang vom Boden in die Pflanze angegeben. Diese liegen bezogen auf Frischgewicht und vegetative Pflanzenteile für Cs zwischen 0,01 und 0,03 und für Sr zwischen 0,1 und 1,2. Die anwendung von Transferberechnungen für den Praxisfall wird diskutiert.