Titel
Untersuchungen an kronengeschaedigten Kiefern (Pinus sylvestris L.) in Nordost-Bayern. Teil I - Krankheitsbild und Wuchsverhalten
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
9 Abb., 4 Tab., 8 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200013787
Quelle
Abstract
In Zusammenarbeit mit weiteren Fachdisziplinen der forstlichen Fakultaet Muenchen fuehrte der Lehrstuhl fuer Waldwachstumskunde eine interdisziplinaere Untersuchung ueber das Wuchsverhalten erkrankter Kiefernbestaende in Nordost-Bayern durch. Es werden die Ergebnisse des waldwachstunmskundlichen Untersuchungsabschnittes vorgestellt. Untersuchungsobjekte sind zwei Kiefernbestaende mit klar unterscheidbaren Krankheitsbildern in den Forstaemtern Bodenwoehr und Amberg. Der Bestand in Bodenwoehr repraesentiert die fuer den oestlichen Teil der Oberpfalz charakteristischen Schadmerkmale: Nadelmasseverluste, verkuerzte Hoehen- und Seitentriebe, grau-gruene Nadelaerbung, vereinzelte Stammabgaenge. Die Probeflaeche bei Amberg leidet unter Kalkchlorose und zeit ein Krankheitsbild, das im westlichen Bereich der Obepfalz auf Jura-Standorten anzutreffen ist: Gelbfaerbung der Nadeln, Nadelschuette, absterbende Kronenpartien, Bestandesaufloesung infolge vermehrter Stammabgaenge. Gesundheitszustand und Zuwachsverhalten der Untersuchungsbestaende wurden ueber Probeflaechen erfasst,auf welchen eine ertragskundliche Vollaufnahme, Schadstifenansprache und Bohrkernentnahme erfolgte. An Probebaeumen unterschiedlicher Befallsrade wurden Biomassen- und Kronendimensionsanalysen durchgefuehrt, die Hoehen- und Kronenentwicklung untersucht und Stamm- und Astanalysen vorgenommen. In den Zuwachsverlaeufen der Probebaeume zeichnet sich ein Verhalten ab, das dem normalen, aterstypischen Trend entgegenlaeuft. Seit den 50er-Jahren ist im Zuwachsgang aller Probebaeume - unabhaengig vom Schaedigungsgrad - ein ungewoehnlich starker Anstieg nachweisbar. Dieses ausgepraegte Zuwachshoch dauert bei den vitalen Bestandesgliedern bis heute an. An Baeumen mit hoeheren Nadelverlusten sind seit 10 bis 15 Jahren deutliche Veraenderungen in der Beastung und Kronenentwicklung festzustellen; ausserdem zeichnen sich bei zunehmendem Schaedigungsgrad deutliche Zuwachseinbussen ab. Auf der Grundlage des "Zuwachstrend-Verfahrens" werden fuer die Probeflaechen die schadbedingten Zuwachseinbussen abgeschaetzt.