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  • Titel
    Verteilung und Zuwachs der Zirbe (Pinus cembra L.) der subalpinen Stufe an einem zentralalpinen Standort
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1963
  • Illustrationen
    17 Abb., 11 Tab., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    673
  • Datensatznummer
    200004576
  • Quelle
  • Abstract
    A. Die natürliche Verjüngung: Die Frage, welche Standorte für eine natürliche Zirbenverjüngung mehr oder minder günstig erscheinen, ist sehr komplexer Natur und läßt sich nur schwer eindeutig beantworten. Im wesentlichen sind es 6 Faktoren, die für das natürliche Aufkommen von Jungwuchs auf einem Standort maßgebend sind: 1. Das Samenangebot: Nur in Mastjahren kann mit einer nennenswerten Besamung von Kahlflächen gerechnet werden, während bei nur geringer Fruktifikation die Samen nahezu vollständig von Häher und Kleinsäugern aufgefressen werden. 2. Die Zugänglichkeit (Akzessibilität) der Fläche: Durch den Häher werden nur jene Flächen, die innerhalb einer bestimmten Reichweite (Flugstrecke) liegen, in einem ausreichendem Maße besamt. Der Abstand von den samentragenden Beständen oder Einzelbäumen sowie der Pflanzenbewuchs können somit als Maßstab dienen, ob eine Fläche noch natürlich besamt werden wird oder nicht. 3. Der Häherbestand: Nur ein guter Bestand an Tannenhähern in einem Reviere ermöglicht eine nennenswerte Verbreitung der Samen, vor allem über die Waldgrenze hinauf. 4. Das Relief: Die Ausführungen in Abschnitt II, VI und VII zeigen deutlich, daß Rippen und Grate sowohl in der Kampfzone als auch noch im Hochwald durch den Häher zuerst besamt werden, außerdem sind Rippen und Nordeinhänge meist schneeärmer und es treten auch in der Folgezeit keine oder nur sehr geringe Ausfälle durch Schneeschäden auf. 5. Das Keimbett: Obwohl man die Zirbe auch als Felsspalten- und Windbodenbesiedler bezeichnen kann, findet sie doch durch die ständige Bodenfrische besonders günstige Keimbedingungen im moosreichen Vaccinietumuliginosi, im moosreichen Rhododendretum ferruginei und im Vaccinietum myrtilli auf der Nordseite. Kahlflächen auf Rippen, Graten und Schatteinhängen mit moosreichen Rauschbeer-, Schwarzbeer- und Alpenrosenheiden, die sich in der Nähe von samentragenden Zirbenbeständen finden, oder dort geschaffen werden, können mit aller Sicherheit noch in wirtschaftlichen Zeiträumen wieder in Bestand gebracht werden. 6. Die Flächengröße und Bestandesdichte: Auch in räumdigen Altbeständen ist eine nennenswerte Naturverjüngung sehr selten, desgleichen verjüngen sich kleine Blößen und Bestandeslücken kaum. Schmale Saumkahlschläge (Figala 1954) entlang von Rippen oder der Schweizer Femelschlag dürften die sicherste Gewähr für eine baldige, natürliche Verjüngung bieten. Großkahlflächen, wenn sie nicht ringsum von Altzirbenbeständen umschlossen sind, brauchen sehr lange Zeit, um wieder in Bestand zu kommen. B. Die künstliche Verjüngung: 1. Die Saat: Als erfolgversprechend für eine künstliche Verjüngung durch Zirbensaat können die moosreichen Vaccinieta uliginosi, Vaccinieta myrtilli und moosreichen Rhododendreta ferruginei bezeichnet werden. Die Stecksaat soll mindestens 4 - 6 cm tief in die Moospolster erfolgen, das Erreichen des Bodens ist nicht unbedingt erforderlich. Eine Saat auf nahezu vegetationslosen Stellen oder in Pflanzlöcher zeigt nur wenig Erfolg. Vor allem auf Nordhängen mit den obengenannten Pflanzengesellschaften, wo wegen der meist sehr dichten Rohhumusdecke eine Pflanzung oft sehr schwierig ist, kann eine Zirbensaat imnier durchgeführt werden. Eine Aussaat sofort nach der Samensrnte im Spätherbst oder nach Stratifikation zur Zeit der Schneeschmelze dürfte den geringsten Ausfall aufweisen, da die Saßien nur wenige Wochen im Keimbett liegen und dem Auffinden durch Mäuse weniger ausgesetzt sind.