Titel
Über eine Zucht von Tetropium fuscum
Verfasser
Erscheinungsjahr
1951
Illustrationen
6 Abb.
Material
Unselbständiges Werk
Digitales Dokument
Standardsignatur
673
Datensatznummer
200004514
Quelle
Abstract
Teile eines 170jährigen frisch gefällten Fichtenstammes, der von Fichtenbocklarven ungewöhnlich stark bestzt war, wurden im März 1950 in Zucht genommen. Von Ende April bis Ende Juni schlüpften auf einer 1,84 m¬ großen Rindenfläche rund 1250 Käfer aus. Danach konnte der Gesamtbefall des 22 m langen, zu Schnittholz verarbeiteten Stammstückes, mit 31.000 Individuen berechnet werden. Nach dem beobachteten Geschlechtsverhältnis von 3 Männchen zu 2 Weibchen ließ es sich rechnerisch wahrscheinlich machen, dass der erste Befall im Jahre 1948 stattfand, als der Baum bereits kränkelte und dass sich 2 Filiolgenerationen entwickelten. Über die Biologie der Fichtenbockkäfer wurden zahlreiche Einzelbeobachtungen gemacht. Die Austrocknung der Holzstücke verhinderten eine Weiterzucht, da die ausschlüpfenden Eilarven vertrockneten. Neben den Bockkäfern entwickelten sich in der Zucht auch deren Parasiten und zahlreiche andere Holz- und rindenwohnende Gliedertiere, Die Arten- und Individurenlzahlen der parasiten war, vergliechen mit denen, die Schimitschek bei einem ähnlichen Versuche fand, auffalend gering. Der Parasitenbefall betrug nur 65 % gegenüber 20% bei Schimitschek. Von Interesse war die Feststellung der Larvenfliege Billaea triangulifera und der mutmaßlichen Lebensweise ihrer Larven. Von Borkenkäfern trat besonders Polygraphus polygraphus in ingeheurer menge auf und zerfraß die Rinde bis an ihre Oberfläche. Von den technischen Schädling Serropalpus barbatus entwickelten sich 36, von Paururus juvencus 15 Stücke. Im ganzen lieferte die Zucht 37 Gliedertierarten, darunter 32 Insektenarten. Es wurde schließlich versucht, diese Lebensgemeinschft nach biologischen Gesichtspunkten zu gliedern und die Abhängigkeit der einzelnen Arten voneinander (als Räuber, als Parasiten) festzustellen. Die Gliederung erfolgte in: ausschließliche Holzbewohner, vorwiegende Bewohner der Kambialschichte, vorwiegende Bewohner des Rindeninneren, Bewohner der Rindenoberfläche und zufällige Bewohner.