Titel
Moeglichkeiten zum Nachweis von autochthonen Hochlagenbestaenden der Fichte (Picea abies) in den Berchtesgadener Alpen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
3 Abb., 2 Tab., 23 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
638
Datensatznummer
200004228
Quelle
Abstract
Bedingt durch Mangel an Wissen und zum Teil auch geeignetem Saat- und Pflanzgut wurden vor ca. 130 Jahren manche Bestaende in den Hochlagen der Berchtesgadener Alpen mit nicht angepassten Fichten-Herkuenften (Picea abies) aus mittleren und tieferen Lagen begruendet. Um den autochthonen Charakter und damit die Angepasstheit an die Umwelt von solchen Hochlagenbestaenden des Nationalparks einzuschaetzen, wurde mit Hilfe biochemisch-genetischer Methoden deren genetische Struktur an 3 Enzym-Genloci bestimmt. An einem weiteren Enzym-Genlocus wurden Beziehungen zwischen dem jeweiligen Genotyp und dem Gesundheitszustand der Baeume ueberprueft. Als Versuchsmaterial dienten Samenproben von 30 Einzelbaeumen aus Bestaenden unterschiedlicher Hoehenlage und eine Mischprobe von einem Tieflagenbestand nahe Muenchen. Waehrend die Daten von 2 Enzym-Genloci, an denen arealspezifische Allele vorkommen, zeigten, dass das untersuchte Fichtenmaterial nicht aus einem anderen Refugialgebiet stammt, ergaben die Genotyphaeufigkeitsverteilungen am 3. Genlocus (SAP-B), an dem bereits hoehenlagen-abhaengige Allelverteilungen nachgewiesen worden waren, dass einige Restbestaende der hoechsten Gebirgslagen nur SAP-Hochlagentypen enthalten und damit, wie vermutet, als autochthon zu betrachten sind. Demgegenueber weisen die Bestaende der Tallagen ueberwiegend SAP-Tieflagentypen, die Bestaende der mittleren Lagen jedoch alle SAP-Typen in unterschiedlicher Haeufigkeit auf, wobei in einem Fall die Vermutung der kuenstlichen Begruendung gestuetzt werden konnte. Fuer einen weitern Genlocus (GRD-A) wurde zudem beim Vergleich zwischen gesunden und immissionsgeschaedigten Baeumen festgestellt, dass bestimmte heterozygote Genotypen weitaus haeufiger bei den gesunden Individuen vorkommen, was fruehere Ergebnisse bei juengeren Bestaenden und Klonmaterial voll bestaetigte. Generell zeigen die Ergebnisse dieser Untersuchung auf, wie die Autochthonie von Hochgebirgs- Fichtenbestaenden eingeschaetzt werden kann; ein Weg, der fuer waldbauliche und Generhaltungsmassnahmen von grosser Bedeutung ist.