Titel
Anbau von Pappeln und Weiden im Kurzumtrieb auf ehemaligem Acker : Standoertliche Voraussetzungen, Naehrstoffversorgung, Wuchsleistung und bodenoekologische Auswirkungen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
13 Abb., 3 Tab, 31 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
638
Datensatznummer
200004222
Quelle
Abstract
Im Fruehjahr 1983 wurde auf einem vormals ackerbaulich genutzten Standort in der Naehe von Regensburg/Ostbayern im Rahmen eines Verbundprojekts ein Feldversuch mit Pappeln und Weide im Kurzumtrieb begruendet. Ziel der langfristig angelegten standorts- und ernaehrungskundlichen Untersuchung ist es, die standoertlichen Voraussetzungen, die Naehrstoffversorgung und die Wuchsleistung sowie die oekologischen Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Anbau schnellwachsender Baumarten zu klaeren. Im Versuch wurden folgende Aspen-, Balsampappeln- und Weidenklone geprueft: Populus tremula x P. tremuloides cv. Astria, P. trichocarpa cv. Muhle Larsen, P. interamericana cv. Rap, Salix viminalis Klon 722/51. Die Versuchsflaeche gliedert sich in ein frisches bis hoechstens maessig wechselfeuchtes und ein vorwiegend grundwasserbeeinflusstes feuchtes bis nasses Teilareal. Im Fruehjahr 1984 wurde ein Duengungsversuch mit insgesamt 9 Varianten begonnen. Nach 5jaehriger Aufwuchszeit wurde mit der Ernte der Pappeln und Weiden im Januar 1988 die erste Rotationsphase abgeschlossen. Die Oberhoehen der Pappelklone betrugen Ende 1987 durchschnittlich 7 bis 8 m, die Weide Salix viminalis erreichte 5 m. Die Akkumulation oberirdischer Sprossbiomasse verlief in den Vegetationsperioden 1983 und 1984 zunaechst verhalten, um danach steil anzusteigen. Im 5. Produktionsjahr lagen beide Balsampappeln (Muhle Larsen und Rap) und die Aspe Astria mit durchschnittlichen Sprossbiomasse-Vorraeten (ohne Blaetter) von 30, 28 und 27 t TS/ha deutlich ueber den Vergleichswerten von Salix viminalis mit 20 t/ha. Auf der vorwiegend grundwasserbeeinflussten Teilflaeche leisteten die Klone weniger als auf den nur schwach wechselfeuchten Standorten. Dieser Standortsnachteil war durch Mineralduengung nicht auszugleichen. Die Aspe Astria zeigt bisher ueberhaupt keine Reaktion auf Duengung. Duenger-Stickstoff vermochte dagegen im letzten Produktionsjahr 1987 den Sprossmassezuwachs von Muhle, Larsen, Rap und Salix viminalis insbesondere auf der standoertlich guenstigeren Teilflaeche zu steigern. Eine zusaetzliche Duengung mit P, K und Mg beeinflusste hingegen die Wuchsleistung bei keinem der geprueften Klone. Die Naehrstoffspiegelwerte der Pappeln lagen bei allen Versuchsgliedern im Bereich der empfohlenen Werte fuer Pappeln konventioneller Nutzung oder uebertrafen diese sogar. Vergleichende Analysen von Bodenproben aus den Jahren 1983 und 1986 ergaben bisher keine wesentlichen Aenderungen wichtiger bodenchemischer Eigenschaften. Die Konzentrationen von (Formel) im Sickerwasser unter Pappeln und Weiden sanken in den Jahren 1984 bis 1987 von 18 auf 4 mg/l; die moderate Mineralduengung hatte keinen Einfluss. Der vegetationskundliche Vergleich mit einem Acker ergab unter Pappeln und Weiden bereits nach 5 Jahren eine Zunahme der Gesamtartenzahlen von 17 auf 145. Die Umstellung von ackerbaulicher auf ....