Titel
Historische und aktuelle Formen der Bewirtschaftung von Hecken in Nordwestdeutschland
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
6 Abb., 43 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
638
Datensatznummer
200004218
Quelle
Abstract
Lebende Hecken als Feldeinfriedungen, als Besitzumgrenzungen, Landwehre oder als Wehr-, Sperr- und Wildhecken werden in Nordwestdeutschland zeitlich und reginal verschieden angelegt. Ihre Entwicklung in verschiedenen Naturraeumen Nordwestdeutschlands geschah mit planmaessigen Anlagen von praehistorischer Zeit an ueber das Mittelalter bis hinein in die fruehe Neuzeit. Neben Steinwaellen mit subspontanem Gehoelzbewuchs waren auch wallartige, gehoelzfreie Umfriedungen aus geschichteten Rasensoden und Heideplaggen (Heidzaeune, Tuinwallen) verbreitet, wie sie noch heite in der westfriesischen Marsch oder auf den friesischen Inseln zu finden sind. Bei mittelalterlicher Gruendung von Esch-, Streu- oder Kampsiedlungen wurden in vielen Regionen lebende, spalierartige Flechtweiden, Gastringwaelle und Wallhecken geschafften, die vor allem entwaldete und devastierte Markengebiete vor Sandverwehungen und Erosion schuetzen, ausserdem Feuchtgebiete entwaessern und den Holzbedarf decken sollten. Einzelkomonenten der Heckenstrukturen in Form von Erdwaellen, Biegehecken und Flechthecken mit ihren charakteristischen Baumformen haben sich bis heute als praegende Strukturen in einigen Landstrichen gehalten; sie fallen aber zusehends der modernen Grossflaechenbewirtschaftung zum Opfer und das Wissen um traditionalle Heckenbewirtschaftung geraet immer mehr in Vergessenheit.