Titel
Selen - ein Beitrag zum Schutz der Verjüngung vor Wildverbiss?
Verfasser
Erscheinungsjahr
1989
Illustrationen
1 Abb., 4 Tab., 7 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
629
Datensatznummer
200002966
Quelle
Abstract
Die hier vorgetragenen Ergebnisse ueber die Rolle von Selen als systemisches Abschreckmittel gegen Verbiss durch Rotwild von jungen Forstpflanzen sind vorlaeufiger Art: Selen kann daher gegenwaertig noch nicht als sicheres Verhuetungsmittel betrachtet werden. Es erscheint uns jedoch interessant, zu diesem Zeitpunkt des Versuchs eine erste Bestandesaufnahme zu machen. Dabei wurden folgende Punkte untersucht: - Die Phototoxizitaet von Selen gegenueber Weisstanne und Fichte: In loeslicher Form ist Selen fuer die Pflanze bereits in einer relaltiv geringen Dosis von 0,5 g/Pflanze schaedlich. Hingegen kann bei einer Dosis von 0,1 g/Pflanze keine Toxizitaet festgestellt werden. Innerhalb dieses Rahmens muss also fuer diese Form die Dosis gefunden werden, die auf das Wild abweisend wirkt, ohne den Stoffwechsel der Pflanze zu beeintraechtigen. Tatsaechlich konnte ein Antagonismus S-Se festgestellt werden, der sich mit zunehmendem Gehalt an Se verstaerkt. - Die Wirkung von Selen auf die Phaenologie der Pflanze: Wir haben festgestellt, dass sowohl bei Tanne als auch bei Fichte Natriumselnat bei den jungen Pflanzen einen fruehzeitigen Knospenausbruch bewirkt, was sich in Regionen mit Spaetfrost unguenstig auswirken koennte. - Die wildabweisende Wirkung von Selen: Obwohl eine definitive Aussage zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemacht werden kann, scheinen die beim Vertopfen behandelten Pflanzen zahlenmaessig weniger verbissen zu sein als die unbehandelte Vergleichsgruppe. hingegen scheint der durchschnittliche Verbissdruck auf die betroffenen Pflanzen nicht von der Behandlung abzuhaengen. Bei der Verpflanzung wurde eine Anzahl wurzelnackter Pflanzen einer Behandlung mit Langzeitwirkung unterzogen, die jedoch nicht sofort wirksam zu sein scheint. Wenn eine Selen-Behandlung eine gewisse abweisende Wiwrkung zu haben scheint, koennte logischerwiese in Betracht gezogen werden, die jungen Pflanzen bereits in der Baumschule zu konditionieren und beim Verschulen ergaenzend zu behandeln. Wir haben uns in dieser Untersuchung auf zwei Formen von Selen beschraenkt (metallisch und sechswertig) und vorerst die vierwertige Form absichtlich ausgeschlossen. Ein zweiter kuerzlich begonnener Versuch soll die Wirkung dieser vielwertigen Form in bezug auf die vorher untersuchten metallischen und sechswertigen Formen feststellen. Der Versuch soll ueberdies ueber die toxische Wirkung von Selen auf das Pflanzenwachstum Auskunft geben, und zwar fuer drei Arten: Weisstanne, Traubeneiche und Strandkiefer.