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  • Titel
    Über Bodenbildung, Nährstoffvorrat und Stoffproduktion an der zentralalpinen Waldgrenze
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1966
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4017
  • Datensatznummer
    200002793
  • Quelle
  • Abstract
    In Beantwortung der eingang gestellten Fragen kann man feststellen: 1. Die obere Aufforstungsgrenze dürfte im allgemeinen mit der Baumgrenze zusammenfallen, die an der Obergrenze der dichten und schütteren Beerenheiden liegt und an Spalier- und Flechtenheiden oder an Krummseggenrosen anschließt. Das weite Gebiet der Alpenrosen- und beerenheiden auf tiefgründigen Podsolen wäre demnach "potentielles Waldgebiet", an das sich eine Krüppelzone auf flachgründigen Podsolen und Nanopodsolen anschließen kann. Eine gruppenweise Auflockerung der Waldbestände mit dichten Alpenrosenheiden dazwischen ist keine "Verunkrautung", sondern entspricht wohl den natürlichen Gegebenheiten. Die obere Grenze des Baumwuchses, auch des Krüppelwuchses fällt in den Untersuchungsgebieten mit der Obergrenze der aktiven Podsolierung zusammen. 2. Alle vorhandenen Bodenformen eigenen sich für die Aufforstung, wenn man die Holzarten entsprechend wählt. Die Lärche ist als Pionierholzart im Vorteil, man kann sie auf allen Böden mit Erfolg setzen, auch auf tiefgründigen Podsolen, wenn sachgemäße Pflanzlöcher mit Mineralboden-Durchmischung gemacht werden. Für Zirben und Fichten wird von den Bodenbiologen vorgeschlagen, mit Wurzelpilzen geimpftes Material zu verwenden, besonders in alten Weidegebieten, da sie sonst den an sich hohen Nährstoffvorrat nicht verwerten können. Die Stoffproduktion wird nicht durch mangel an mineralischen Nährstoffen begrenzt, sondern durch die Störung des biologischen Gleichgewichtes in weide- und streugenutzten Vegetationseinheiten, sowie durch das baumfeindliche Klima an der oberen subalpinen Grenze. Vitalität und Zuwachs werden in standortsgemäß bewirtschafteten Waldbeständen und in dichtwüchsigen Zwergstrauchgesellschaften mit weitgehend regenerierten Böden durch Düngung kaum wesentlich beeinflußt, in den Dauergesellschaften der vergrasten und schütteren Zwergstrauchheiden dagegen wirkt sie positiv.