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  • Titel
    Que peut apporter le jardinage à notre sylviculture?
  • Paralleltitel
    Was kann die Plenterung unserem Waldbau bieten?
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Zürich
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1981
  • Illustrationen
    6 Abb., 1 Tab.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    629
  • Datensatznummer
    200002105
  • Quelle
  • Abstract
    Im Plenterwald sind alle Waldentwicklungsstufen in einzigartiger Weise auf kleinster Fläche vertreten. In diesem Sinne erscheint der Plenterbetrieb im Vergleich zu allen Betriebsarten mit flächenweiser Verjüngung als ausserordentlich originell. Auch in biologischer Hinsicht unterscheidet sich die Plenterstruktur von allen anderen Waldstrukturen. Während im gleichförmigen Hochwald primär Kronenkonkurrenz herrscht, wird das Leben der Plenterwaldbäume durch ihre Abhängigkeit vom stufigen Nachbarkollektiv geprägt; der Aufstieg der Bäume in die oberen Bestandesschichten wird durch die Lichtdosierung reguliert. Diese Eigenart des Wachstumsverlaufs bewirkt einen wesentlich ausgeglicheneren und länger anhaltenden Durchmesserzuwachs der Plenterwaldbäume sowie einen allgemein ausgeglichenen Wachstumsverlauf, welcher für dieses Produktionssystem charakteristisch ist. Obwohl die Holzproduktion im Plenterwald nahezu gleich ist wie in entsprechenden gleichförmigen Hochwäldern, zeichnet sich der Plenterwald doch durch eine deutlich überlegene Wertleistung aus, hauptsächlich infolge seines wesentlich grösseren Starkholzanteils an der Gesamtproduktion. Über drei Viertel der Holzernte entfallen auf Starkhölzer (BHD über 54 cm), im Vergleich zu nicht einmal 40 % in entsprechenden gleichförmigen Hochwäldern. Damit und in Anbetracht der überlegenen Widerstandskraft gegenüber biotischen und abiotischen Gefährdungen sowie aufgrund der hervorragenden ästhetischen Qualitäten und der Erholungseignung entspricht der Plenterwald den Bedürfnissen der Mehrzweckforstwirtschaft in idealster Weise. Die anscheinend zeitlos-statische Plenterstruktur darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass stets eine innere Entwicklungsdynamik wirksam ist, welche letztlich zur Gleichförmigkeit tendiert. Durch Plenterungseingriffe reguliert der Waldbauer diese Entwicklung, um immer wieder das Strukturgleichgewicht und damit die Nachhaltigkeit sicherzustellen. Dieses Plentergleichgewicht kann für jeden Standort mit Hilfe eines einfachen Gleichgewichtsmodells bestimmt werden, welches sich konkret durch eine ausgewogene Stammzahlverteilungskurve darstellen lässt, die den Ausgleich von Einwüchsen und Aushieben impliziert. solche Gleichgewichtsstammzahlkurven sind von analoger Bedeutung wie die Altersklassenmodelle beim schlagweisen Hochwald. Wesentlich ist die Sicherstellung von genügend Nachwuchs in den unteren Durchmesserstufen, um die erwünschte Struktur und Produktivität nachhaltig zu gewährleisten. Dabei kann die dem erwünschten Gleichgewichtszustand angemessene Vorratshaltung je nach Standortsgüte sehr variieren. Die angemessene Höhe des Vorrates ist in erster Linie vom örtlichen Durchmesserzuwachs und von der Verjüngungsgunst des Standortes abhängig. In der Tabelle 1 (S. 232) werden dem Gleichgewichtszustand angemessene Vorratshöhen für unterschiedliche Standorte aufgrund von Plenterversuchsflächen angegeben. Im Vergleich zum gleichförmigen Hochwald sind Begriffe wie Alter und Umtriebszeit für den Plenterwald von wesentlich geringerer Bedeutung. Der Produktionszeitraum kann aber auch für die Plenterwaldbäume je nach den angestrebten Durchmesserdimensionen sehr verschieden sein. Eine klassische Plenterung mit extrem hohen Starkholzanteilen erfordert in diesem Sinne längere Produktionszeiträume als eine modifizierte Plenterung, welche mittlere Starkholzdimensionen anstrebt, beispielsweise nicht über 60 cm BHD. Den je nach Zielsetzung verschiedenen Plenterwaldtypen auf gleichem Standort entsprechend auch unterschiedliche Gleichgewichtszustände, sowohl hinsichtlich der Stammzahlverteilungskurve wie der Vorratshaltung. Derart unterschiedliche Möglichkeiten werden in den Abbildungen 5 und 6 veranschaulicht. Eine modifizierte Plenterung, welche mittelstarke Dimensionen anstrebt, erfordert eine aktive Förderung der Verjüngung, entsprechend grössere Stammzahlen in den unteren Durchmesserstufen und wesentlich kleinere Vorräte. Da für denselben Standort verschiedene Plenterungstypen in Frage kommen, verfügt der Waldbauer bei der Ausübung der Plenterung über einen gewissen Ermessensspielraum. Hinsichtlich relativ kurzer Fristen sollte die unbedingte Erhaltung eines bestimmten Gleichgewichtszustandes deshalb nicht eine zu hohe waldbauliche Priorität beanspruchen. Auf längere Frist muss indessen den notwendigen Bedingungen zur Erhaltung des Gleichgewichtszustandes Rechnung getragen werden. Vorübergehend sind gewisse Struktur- und Vorratsschwankungen durchaus vertretbar, sofern damit die kritische Toleranzschwelle nicht überschritten wird: Die Gleichgewichtsstruktur kann irreversibel gefährdet werden, sobald aufgrund mangelnden Nachwuchses schliesslich auch die nachfolgenden Durchmesserstufen ungenügend vertreten sind. Die Plenterung ist nicht überall anwendbar. Sie setzt das Vorkommen einer oder mehrerer schattentragender Baumarten voraus, wobei wir vor allem die Weisstanne, Fichte und Buche vor Augen haben, allenfalls auch nocht die Douglasie. Zudem muss gewährleistet sein, dass sich diese Baumarten ohne besondere Schwierigkeiten verjüngen lassen. Besonders im Bereich der typischen Buchenwaldstandorte der kollinen Stufe dominieren die hier vitaleren Laubbäume in der Verjüngung derart, dass sie gleichsam die Nadelbäume unterdrücken, was den Aufbau und die Erhaltung von Plenterstrukturen erschwert und verhindert.