Titel
Neue Ergebnisse einer Bekämpfung von Neodiprion sertifer Geoffr. mit Virus-Suspension (Borrelinavirus) an Schwarzkiefern (Pinus nigra austriaca)
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1972
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200001943
Quelle
Abstract
Der Versuch hat unsere Kenntnis über die Verwendung von Borrelinavirus-Suspensionen zur biologischen Bekämpfung von Neodiprion sertifer erweitert. In der Reihenfolge der eingangs gestellten Fragen lassen sich die wichtigsten Ergebnisse wie folgt zusammenfassen: 1. Es hat sich gezeigt, daß Polyeder-Suspensionen, die auch Larven von Neodiprion sertifer an Pinius silvestris gewonnen wurden, auch bei den an Schwarzkiefer lebenden Sertifer-Populationen wirksam sind. Virus-Suspensionen zweier verschiedener Herkünfte (Südwestdeutschland und Schweden) waren im pannonischen Klimagebiet bei Pinus nigra austriaca im Endeffekt ebenso erfolgreich wie in anderen Ländern unter anderen klimatischen Voraussetzungen und and anderen Kiefernspezies. 2. Sieben Jahre gelagertes virusmaterial führte zu nahezu vollständigem Absterben der Larben. Die Lagerzeit hatte somit keinen entscheidenden Einfluß auf die Mortalität. Anscheineind bewirkte das frische (schwedische) Virusmaterial etwas früher das einstellen des Fraßes der Larven. Wenn dieser Unterschied in der Wirksamkeit auf die siebenjährige Lagerzeit zurückzuführen ist - und nicht etwa auf die andere Herkunft -, dann läßt sich eine etwa langsamere Wirkung alten Virusmaterials einfach durch Vorverlegen des Spritztermins um wenige Tage kompensieren. 3. Bei einer Behandlung der Kiefern mit Spritz- oder Sprühgeräten vom Boden aus reicht eine Virus-Suspension von 10 5 P/ml aus. Das Massensterben verläuft bei dieser schwächeren Konzentration etwas langsamer, es ist daher ein möglichst frühzeitiger Termin für die Ausbringung des Virus zu wählen (Stadium L1-L2). Bei Applikation aus der Luft (Flugzeug) würden wir sicherheitshalber nicht unter 1x10 6 P/ml gehen, weil bei dieser Art der Ausbringung bedeutend weniger Sprühtröpfchen auf die Nadeln kommen als bei der Behandlung vom Boden aus. Hier muß eine höhere Konzentration die geringere Menge ausgleichen. 4. Die Polyedrie sprang in vielen Fällen auf die benachbarten unbehandelten Pflanzenreihen über; die Ausbreitung der Krankheit blieb insgesamt aber uneinheitlich und ergab keinen ausreichenen Flächenschutz. Bei einförmigen Biotopen, wie das bei dem vorliegenden Beispiel der Fall war, ist mit einer raschen Selbstausbreitung der Virose offenbar nicht zu rechnen; hier ist Flächenbehandlung in jedem Falle ratsam.