Titel
Photosynthese und Transpiration einiger Holzarten bei verschieden starkem Wind
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1969
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200001927
Quelle
Abstract
Zur Klärung der Frage, inwieweit verschiedene Holzarten in der Kampfzone des Waldes physiologisch an die unterschiedlichen Windverhältnisse der für sie jeweils charakteristischen Standorte angepaßt sind, wurde ihre Transpiration und Netto-Photosynthese in einem klimatisierten Windkanal bei verschiedenen Windgeschwindigkeiten (0,5-20 m/sec) unter sonst konstanten und optimalen Bedingungen gemessen. Mit ansteigender Windgeschwindigkeit blieb die Transpiration bei allen untersuchten Arten hinter der Evaporation immer mehr zurück, je stärker der Wind war. Lärche und Grünerle transpirierten bei 4 bzw. 10 m/sec Luftgeschwindigkeit maximal (aber nur etwa 10 bzw. 18 % mehr als bei 0,5 m/sec), bei den anderen Arten fiel die Transpiration schon bei 1,5 m/sec mehr oder weniger steil ab, besonders bei der Alpenrose, deren Wasserabgabe im Wind von 10 m/sec aufwärts nur mehr 40 %des Ausgangswertes betrug. Auch die Netto-Photosynthese erreichte bei einigen Arten erst bei Wind von 1,5-4 m/sec ihr Maximum (höchstens 8 % mehr als bei 0,5 m/sec). Andere Arten drosselten die CO2-Aufnahme schon ab 1,5 m/sec. Die Koniferen waren im starken Wind über 7 m/sec viel produktiver als die Laubhölzer. Ihre Photosynthese blieb selbst bei langanhaltendem Sturm erstaunlich stabil, sie betrug hierbei immer noch 70-90 % des Ausgangswertes. Am empfindlichsten reagierte wiederum die Alpenrose, deren Netto-Photosynthese ab 15 m/sec nicht mehr positiv war. Die bei starkem Wind ohne Ausnahme festgestellte Abnahme der Transpiration und Photosynthese beruht bei unseren Versuchen nicht darauf, dass die Pflanzen durch den Wind ansehnliche Wassersättigungsdefizite erlitten. Vielmehr dürfte hierfür eine lokale Austrocknung der Blattoberflächen und damit eine Erhöhung des Diffusionswiderstandes für die Gasströme verantwortlich sein. Aus den Versuchen geht hervor, dass die verschiedenen Standortsansprüche der Holzarten mit dem Verhalten ihrer beiden Gaswechselprozesse im Wind in bestem Einklang stehen und dieses Verhalten ihrer beiden Gaswechselprozesse im Wind in bestem Einklang stehen und dieses Verhalten für die windabhängige Verteilung der Vegetation in der subalpinen Stufe eine bedeutende Rolle spielt.