Titel
Ueber natuerliche fein zerteilte (kolloid- bis grobdisperse) Kreidekalke und ihre Bedeutung fuer die Forst- und Landwirtschaft
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1919
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200001781
Quelle
Abstract
In Wolhynien findet sich auf Flächen von bedeutender Ausdehnung weiße Kreide von lockerer, erdiger, plastischer Beschaffenheit. Der chemischen Zusammensetzung nach besteht sie zum größten Teil aus kohlensaurem Kalk (rund 86-96% CaCO2). Sie wird von Ablagerungen der nordischen Vergletscherung oder von Löß, bezw. von alluvialen Ablagerungen bedeckt und tritt stellenweise zutage. Dieser Kreidekalk weist Eigenschaften auf, welche Funktionen der großen Oberfläche und dem kolloid- bis grobdispersen Zustande eigentümlich sind, z.B.: Die Bildung von Aufschwemmungen von ziemlicher Dauer; die Flockung der aufgeschwemmten Teilchen; Schwinden und Quellen; zugleich mit Flockung und lockerer Lagerung zu beobachtendes geringes Maß des Schwindens und Quellens; Plastizität in feuchtem Zustande, in welchem sich die Masse zu Drähten von 1- 5 bis 2mm Dicke ausrollen läßt; Klebrigkeit bei stärkerer Durchfeuchtung, Zerfließen bei noch weiterer Wasserzufahr; Feinheit der Teilchen, zu einem wesentlichen Teil unter 0.002mm, d.i. der in der Bodenkunde anerkannten oberen Grenze für kolloide Mineralteilchen; Fähigkeit, nach vollständigem Austrocknen und Erhärten beim Befeuchten wieder plastisch zu werden, bzw. Aufschwemmungen zu bilden.