- TitelWaldbericht 2015
- Körperschaft
- ErscheinungsortMünchen
- Verlag
- Erscheinungsjahr2015
- Seiten85 S.
- MaterialBandaufführung
- Standardsignatur13257
- Datensatznummer198915
- Quelle
- AbstractMULTITALENT WALD ; Wald und Forstwirtschaft im Klimawandel ; Informationsoffensive in den Jahren 2011 und 2013 ; Aktionsjahr Waldnaturschutz ; DER ZUSTAND DES WALDES ; Waldmonitoring ; Laubbäume gewinnen an Boden ; Witterung ; Schadstoffeinträge ; Waldernährung und Boden ; Schäden durch Insekten und Pilze ; DER BERGWALD IM BAYERISCHEN ALPENRAUM ; Die Bedeutung des Bergwaldes ; Pflege der Bergwälder: Leistung der Waldbesitzer ; Tourismus und Infrastruktur ; Wald und Jagd ; Wald und Weide ; WALD UND ÖKOLOGIE ; Schützen und Nutzen in Bayerns Wäldern! ; Wachsende Vielfalt ; Natura 2000 – Gebietsmanagement und Berichtspflicht ; Die Eiche in bayerischen Naturwaldreservaten ; WIRTSCHAFTSFAKTOR WALD ; Cluster Forst und Holz – eine Schlüsselbranche Bayerns ; Bayerns Wälder – Vorräte und Zuwachs ; Holz als Rohstoff und Energieträger der Zukunft ; Imagearbeit für den Rohstoff der Zukunft – Das Marketingbündnis „proHolz Bayern“ ; WALD UND GESELLSCHAFT ; Waldbesitzstrukturen ; Unterstützung der Waldbesitzer ; Jagd und Gesellschaft ; Waldpädagogik ; Erholungsfunktion des Waldes ; Forstliche Aus- und Fortbildung ; ANHANG: KRONENZUSTANDDer Waldbericht fasst in einem dreijährigen Turnus die Untersuchungen und fachlichen Beobachtungen zum Ökosystem Wald zusammen. Im vorliegenden Bericht liegen beson - dere Schwerpunkte auf den klimatischen Messungen zum extrem trockenen und heißen Sommer 2015 und seinen Auswirkungen auf den Wald sowie auf dem Thema Bergwald. Alle Untersuchungen zeigen, dass in den Anstrengungen sowohl für den Waldumbau als auch für die Schutzwaldsanierung nicht nachgelassen werden darf, um die Wälder mit ihren wichtigen Funktionen für die Zukunft fit zu halten.WALD UND FORSTWIRTSCHAFT IM KLIMAWANDEL; Die Sommermonate Juni bis August 2015 waren die zweit¬wärmsten in Bayern seit Beginn flächenhafter meteorologi¬scher Messungen im Jahr 1881. Nur der Jahrhundertsommer im Jahr 2003 war noch wärmer, hatte aber weniger so ge¬nannte „heiße Tage“ mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Die Klimaprognosen der Wissenschaft, aber auch die subjek¬tive Beobachtung einer Häufung besonders heißer Sommer wie 2015 deuten darauf hin, dass Hitze und Trockenheit und in der Folge auch Schädlinge künftig voraussichtlich deut¬lich häufiger und stärker auftreten werden. Der Freistaat Bay¬ern hat daher sehr frühzeitig begonnen, Fichten- und Fich¬ten-Kiefern-Wälder, die für Hitze und Trockenheit besonders anfällig sind, in klimatolerantere Mischwälder umzubauen. Im Privat- und Körperschaftswald sind rund 260 000 Hektar als gefährdet einzuwerten. Bis zum Jahr 2020 sollen 100 000 Hektar umgebaut sein. Von 2008 bis 2014 sind mit staatli¬chen Fördermitteln bisher rund 42 000 Hektar standortan¬gepasste Mischwälder entstanden. Im Staatswald wurden im Jahr 2008 rund 172 000 Hektar als umbaunotwendig einge¬wertet. Bis 2013 wurden 40 000 Hektar umgebaut. Die restli¬chen 132 000 Hektar sollen bis zum Jahr 2033 umgebaut werden. Regional liegen besondere Schwerpunkte in Mittel¬franken sowie im Tertiärhügelland. Eine Vielzahl von flankierenden Maßnahmen begleiten die¬se Mammutaufgabe. Neben Forschung und Entwicklung zum Beispiel zu den Baumarten der Zukunft und digitalen Standortinformationssystemen steht die fundierte Beratung der rund 700 000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Vordergrund. Erfolg und Fortschritt beim Waldumbau hän¬gen immer von der eigenverantwortlichen Entscheidung der Eigentümer ab. Gleichzeitig muss für den Waldumbau auch nachhaltig hochwertiges und geeignetes Forstver¬mehrungsgut zur Verfügung stehen. Verschiedene Projekte sollen die Grundlagen dafür sichern. Aber auch neue Wege zur Verwendung des Laubholzes aus den neu entstehenden Mischwäldern müssen gefunden werden. Beispielhaft ist hier die Entwicklung des Buchen-Brettschichtholzes, das in einem Forschungsprojekt der TU München als neues Bau¬produkt entwickelt und inzwischen bauaufsichtlich zuge¬lassen wurde. BERGWALD; Wälder prägen zusammen mit der Alm- und Alpwirtschaft den bayerischen Alpenraum. Sie sind nicht nur wichtig für Tourismus und Erholung, sondern bieten durch eine multi¬funktionale Bewirtschaftung zugleich Schutz vor Naturge¬fahren, wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und liefern den nachwachsenden Rohstoff Holz. Aufgrund die¬ser großen Bedeutung besteht besonderer Handlungsbe-darf, da der Klimawandel den Bergwald doppelt betreffen wird: Zum einen wird er verstärkt klimabedingten Gefahren ausgesetzt, zum anderen wird die Bedeutung der Bergwäl¬der zum Schutz der Menschen vor Naturgefahren steigen. Vor allem auf flachgründigen und exponierten Standorten führen extreme Witterung wie Stürme, Trockenheit und Hit¬ze zu einer besonderen Gefährdung. Gleichzeitig sind die Begründung und die Pflege von Schutz- und Bergwäldern deutlich aufwändiger und kostenintensiver als die Wald¬pflege im Flachland. Daher steht den Waldbesitzern mit der im Jahr 2015 in Kraft getretenen neuen Richtlinie für Zuwen¬dungen zu waldbaulichen Maßnahmen (WALDFÖPR 2015) ein neues umfassendes Bündel von Fördermaßnahmen zur Verfügung. Nur intakte Bergwälder bieten Schutz vor Natur¬gefahren. Wälder die ihre Schutzfunktion verloren haben, müssen saniert werden. Derzeit sind dies knapp 14000 Hek¬tar. Der Freistaat Bayern hat seit Beginn des Schutzwaldsa-nierungsprogramms rund 83 Millionen Euro in diese Aufga¬be investiert, davon allein 7,7 Millionen Euro in den Berichts¬jahren. Seit acht Jahren besteht das Konzept der Bergwald¬offensive, das in 45 Projektgebieten auf rund 42 000 Hektar durchgeführt wird. WALDZUSTAND; Im Berichtszeitraum wurde die im zehnjährigen Turnus er¬stellte Dritte Bundeswaldinventur durchgeführt und ausge¬wertet. Sie zeigt, dass Bayerns Wälder im bundesdeutschen Vergleich über überdurchschnittliche Holzvorräte verfügen 8 und immer naturnäher werden. Der Anteil der Laubbäume ist seit 1971 um rund 14 Prozentpunkte angestiegen und beträgt aktuell rund 36 Prozent. In der Altersklasse der bis 20 Jahre alten Bäume ist jeder zweite Baum in Bayern mittler¬weile ein Laubbaum. Die Fichte stockt trotz eines Rück¬gangs um 64 000 Hektar auf rund 42 Prozent der 2,6 Millio¬nen Hektar großen Waldfläche Bayerns. Der langfristige Weg hin zu klimatoleranteren Mischwäldern ist daher er-folgreich eingeschlagen. Auch die Menge an Totholz, die als Weiser für die Naturnähe der Wälder gilt, zeigt eine deutli¬che Zunahme. In Bayerns Wäldern finden sich im Schnitt 22 Festmeter Totholz pro Hektar, über zwei Festmeter mehr als bei der letzten Inventur. Die Ergebnisse der Bundeswaldin¬ventur zeigen, dass es durch eine vorausschauende, nach¬haltige und pflegliche Bewirtschaftung gelingt, Schützen und Nutzen in Einklang zu bringen. Dies ist ein großer Er¬folg der Waldbesitzer und Forstleute, die generationsüber¬greifend unsere Wälder pflegen und erhalten. WALD UND GESELLSCHAFT; 700 000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bewirtschaf¬ten rund 23 Prozent der deutschen Waldfläche und 27 Pro¬zent der Holzvorräte. Wie die Bundeswaldinventur ein¬drucksvoll bestätigt, sind dabei Schützen und Nutzen gut miteinander vereinbar. Auch die Ergebnisse des FFH-Be¬richts zeigen für Bayern ein ausgewogenes, auf überwie¬gender Fläche positives Bild. Vor allem die in Deutschland und Bayern verbreiteten Buchenwälder sind in einem ziel¬gemäßen Zustand. Eine hohe Artenvielfalt und vielfältige Naturräume charakterisieren die Wälder Bayerns. Das in der Regierungserklärung 2014 für das Jahr 2015 aus¬gerufene „Aktionsjahr Waldnaturschutz“ hat unter anderem zum Ziel, dass Waldbesitzer und Forstleute in einen intensi¬veren Dialog mit der Gesellschaft treten. Die Leistungen und Pläne zum Schutz der Wälder sollen der Gesellschaft noch transparenter gemacht werden. Nach dem bundes¬weiten Aktionsjahr 2013, dem Jubiläum zu „300 Jahre Nach¬haltigkeit“, dem Grundprinzip forstlichen Arbeitens, fand auch das im Jahr 2015 in Bayern durchgeführte Aktionsjahr zum Waldnaturschutz großes Interesse. Zahlreiche Aktions¬veranstaltungen in ganz Bayern führten zu dem gewünsch¬ten Diskussionsprozess und stärkten die öffentliche Wahr-nehmung des Themas Waldnaturschutz. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die bayerische Forst-, Holz- und Papierwirtschaft mit einem Umsatz von rund 38 Milliarden Euro, mit über 200 000 Erwerbstätigen und 700 000 Waldbesitzern mit zu den Schlüsselbranchen in Bayern zählt. Durch die flächendeckende Verteilung der einzelnen Betriebe in Bayern leistet die Holzbranche einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Ländlichen Raums. So wird inzwischen jedes fünfte Bauvorhaben im Wohnhausbau in Bayern aus dem Rohstoff Holz realisiert. Im vorliegenden Waldbericht finden sich viele weitere inter¬essante Ergebnisse zum Beispiel aus dem Monitoring an den Waldklimastationen oder zu den Ergebnissen der Kronenzustandserhebung.
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