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  • Titel
    LIMES-Jahresbericht 1996 : Diskontinuierliche Luftqualitätsmessungen
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Essen
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1997
  • Seiten
    151 S.
  • Illustrationen
    44 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    7618
  • Datensatznummer
    19470
  • Quelle
  • Abstract
    Die Luftqualitätsüberwachung durch grossräumige diskontinuierliche Mehrkomponentenmessungen wurde auch 1996 im Land Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Messungen, die sich sowohl auf den Bereich der ehemaligen Belastungsgebiete an Rhein und Ruhr als auch auf eine Reihe von Meßsorten außerhalb dieses Ballungsraumes beziehen, werden im Hinblick auf die räumliche Struktur der Belastung und auf die Veränderung gegenüber dem Vorjahr dargestellt. Ferner wird fuer eine Reihe von Komponenten der langjährige Trend wiedergegeben. Die Immissionen durch Schwebstaub sind 1996 gegenüber dem Vorjahr um 0,005 mg/m3 auf 0,054 mg/m3 angestiegen. Langfristig, seit Beginn der Schwebstaubmessungen im Jahr 1968, ist eine Abnahme der Konzentrationen um 75% zu verzeichnen. Die Grenzwerte der TA Luft, IW1 = 0,15 mg/m3 und IW2 = 0,30 mg/m3, wurden 1996 an den einzelnen Meßstationen bei weitem nicht erreicht. Im Schwebstaub wurden als Inhaltsstoffe die Verbindungen der Elemente Blei, Cadmium, Nickel, Kupfer, Eisen, Beryllium und Arsen bestimmt. Die Immissionsbelastung durch Blei und Cadmiumist, gemessen an den Grenzwerten IW1 der TA Luft von 2,0 Myg/m3 für Blei und 40 ng/m3 (0,04 Myg/m3) für Cadmium, außer an Meßstellen in Emittentennähe, sehr gering. Für den Ballungsraum Rhein-Ruhr wurden mittlere Konzentrationen von 0,05 Myg Blei/m3 und 1,5 ng Cadmium/m3 registriert. Die mittlere Bleikonzentration hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 0,01 Myg/m3 vermindert, die für Cadmium um 0,2 ng/m3. Verglichen mit 1974, dem Beginn der Messungen für Blei und Cadmium bedeuten die heutigen Werte einen Rückgang um 96% (Pb) bzw. 85% (Cd). Die stationsbezogenen Jahresmittelwerte für Cadmium liegen 1996 zum Teil über dem LAI-Zielwert von 1,7 ng/m3. Die Immissionen durch die übrigen metallischen Komponenten werden in Ermangelung von Grenzwerten vergleichend dargestellt, wobei auch hier - bezogen auf 1995 - generell nur geringe Veränderungen zu verzeichnen sind. Ferner wird die Immissionssituation in Stolberg und Datteln wiedergegeben, die durch den Einfluß spezifischer Schwermetallemittenten gekennzeichnet ist. In beiden Gebieten wurden 1996, wie in den Vorjahren, keine Überschreitungen von TA Luft-Grenzwerten registriert. Im Vergleich zu 1995 ergeben sich in Stolberg für Blei an allen, für Cadmium an zwei von drei Stationen Zunahmen der mittleren Konzentrationen. Am Meßpunkt Stolberg/Schule beträgt der Cadmium-Jahresmittelwert 11,0 ng/m3; die Jahresmittelwerte für Blei liegen an den Meßorten Stolberg/Schule und Stolberg/Prym bei 0,47 bzw. 0,43 Myg/m3 und damit nahe dem künftig in der EU vorgesehenen Grenzwert von 0,5 Myg/m3 (siehe Text). Auch die Werte von Datteln/Bahnhof haben sich erhöht. Der Cadmium-Jahresmittelwert ist mit 13,0 ng/m3 der höchste im gesamten Meßgebiet. Der LAI-Zielwert für Cadmium (1,7 ng/m3) wird an allen Meßorten in diesen Gebieten deutlich überschritten, der LAI-Zielwert für Arsen (5ng/m3) in Datteln/Bahnhof und einer Station in Stolberg. Die mittlere Immissionsbelastung durch polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) hat gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht zugenommen. So stieg für die Leitkomponente der PAH, das Benzo(a)pyren (BaP), der Pegel an Rhein und Ruhr von 1,07 ng/m3 im Jahr 1995 auf 1,33 ng/m3 im Jahr 1996. Seit 1985 hat die BaP-Belastung jedoch um 68% abgenommen. Bis auf drei Meßstation weisen alle anderen jetzt Jahresmittelwerte unter 3 ng/m3 BaP auf. Lediglich an den Stationen Bottrop, Altendorf und Meiderich wurden Jahresmittelwerte zwischen 3 und 4 ng/m3 gemessen. Der LAI-Zielwert für BaP von 1,3 ng/m3 wird an 46% der Stationen im Ruhrgebiet sowie an den beiden verkehrsnahen Meßorten und an einem Meßpunkt im Sektor 7 des Luftreinhalteplangebiets überschritten; im Bereich der Rheinschiene liegen keine Überschreitungen vor. Seit 1989 wird ein Meßprogramm für leichtflüchtige, organische Stoffe mit aktiver Probenahme über 30 Minuten durchgeführt. 1996 wurden an 91 Meßorten Jahresmittelwerte für insgesamt 22 verschiedene, aliphatische, aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe bestimmt. Die aufgrund ihres krebserzeugenden Potentials wichtigste Verbindung der erfaßten Stoffpalette ist das Benzol. Verglichen mit dem Meßjahr 1995 zeigt der Gebietsmittelwert des Rhein-Ruhr-Gebietes für Benzol eine Zunahme um 15% von 2,39 auf 2,76 Myg/m3. Seit 1981/82 sind die Benzolkonzentrationen um 69% zurückgegangen. Der LAI-Zielwert für Benzol von 2,5 Myg/m3 wurde 1996 an 52% der Meßstationen im Rhein-Ruhr-Gebiet überschritten. An Meßorten mit hoher Beeinflussung durch den Kraftfahrzeugverkehr in der Nähe stark befahrener Straßen wurden Jahresmittelwerte bis zu 12 Myg/m3 gemessen. 1996 wurde die Messung niedrig siedender Kohlenwasserstoffe, zu denen Verbindungen im Siedebereich von Ethen (-103,7 °C) bis n-Pentan (36,0 °C) gezählt werden, erstmals als Routineverfahren durchgeführt. Die Messungen erfolgten an 13 Stationen mit unterschiedlicher Belastungsstruktur, die anhand von Netzdiagrammen erläutert wird. So läßt sich beispielsweise der Einfluß des Kfz-Verkehrs auch bei den niedrig siedenden Kohlenwasserstoffen gut erkennen. Die Immissionsbelastung durch Ruß an stark verkehrsbelasteten Meßorten lag 1996 bei etwa 7 bis 8 Myg/m3 (EC: elementarer Kohlenstoff). Seit 1990 ist an der Station Düsseldorf-Mörsenbroich eine Abnahme der Werte zu verzeichnen. Der in der 23. BImSchV genannte Konzentrationswert von 14 Myg/m3 wird nicht überschritten. Der ab 1998 vorgesehene Wert von 8 Myg/m3 wird nur an einer Station überschritten.