Titel
Epiphytische Flechtengesellschaften im Nationalpark Kalkalpen, Oberösterreich, Österreich
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Linz
Verlag
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
79 S.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
10627
Datensatznummer
180767
Quelle
Abstract
Im Nationalpark Kalkalpen erfolgte von 2006 bis 2010 eine Bestandsaufnahme der epiphytischen Flechten und Flechtengesellschaften. Es konnten 222 Flechtentaxa und 47 damit vergesellschafteten Moostaxa nachgewiesen werden. Davon sind 74 Flechtenarten und 6 Moosarten auf der Roten Liste gefährdeter Flechten- bzw. Moosarten. Von letzteren ist mit Dicranum viride auch eine FFH-Art vertreten. 14 Flechtentaxa wurden für das Untersuchungsgebiet erstmals belegt: Bacidia rosella, Candelariella efflorescens, Chromatochlamys muscorum var. muscorum, Lecanora phaeostigma, Lecanora thysanophora, Lepraria jackii, Lepraria lobificans, Lepraria rigidula, Leproloma vouauxii, Leptogium cyanescens, Mycoblastus affinis, Pertusaria leucostoma, Pertusaria sommerfeltii, Psoroglaena stigonemoides. Pertusaria sommerfeltii wurde für ganz Oberösterreich erstmals seit 1872 wieder nachgewiesen. Bisher war ihr Vorkommen nur von Pötsch & Schiedermayr (1872) für Schwarzenberg im Böhmerwald belegt. Als besonderer "Hotspot" mit großer Artendiversität fällt das Gebiet Jaidhaustal - Feichtau - Haltersitz - Zwielauf auf Dazu gehört auch eine Waldfläche in der S-Flanke des Zwielaufs, die möglicherweise noch nie oder zumindest schon sehr lange nicht mehr der forstlichen Bewirtschaftung unterlegen ist. Vor allem in diesem Bereich konnte eine größere Population von Lobaria amplissima nachgewiesen werden. Lobaria amplissima ist in Oberösterreich sehr selten. Sie ist vom Aussterben bedroht bzw. regional bereits ausgestorben.