Titel
Rote Liste gefährdeter Wasserpflanzen Vorarlbergs
Verfasser
Erscheinungsort
Dornbirn
Verlag
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
200 S.
Illustrationen
zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
Material
Monographie
ISBN
978-3-902271-05-1
Standardsignatur
15928
Datensatznummer
178020
Quelle
Abstract
Erhaltung der Naturvielfalt durch Respekt vor dem Kleinen. In unseren Seen, Bächen und Flüssen leben Wasserpflanzen, deren grössere Vertreter Makrophyten genannt werden. Die Artenzahl der Wasserpflanzen ist gering und sie werden von uns oft kaum beachtet. Unter ihnen gibt es einige bemerkenswerte Vertreter wie den Wasserschlauch, der tierisches Plankton aus dem Wasser fängt, um seinen Nährstoffbedarf zu decken. Wasserpflanzen beeinflussen massgeblich den Wasserlebensraum. Sie geben Deckung für die Fische, auf ihnen können sich Kleinlebewesen anheften und durch die Nährstoffaufnahme tragen sie zur Selbstreinigung der Gewässer bei. Sie erfüllen eine wichtige Funktion im Gewässerökosystem und sind für natürliche Bäche kennzeichnend. Durch menschliche Eingriffe ist der Lebensraum Bach oft stark eingeschränkt und qualitativ verschlechtert worden. So besiedeln Wasserpflanzen vor allem die langsam fliessenden Bäche der Tallagen mit einer unverbauten Gewässersohle. Doch gerade hier ist die Eingriffsdichte durch den Menschen am höchsten. Dementsprechend weisen die Wasserpflanzen den höchsten Gefährdungsgrad bei den Pflanzenarten auf. Daher ist es fachlich berechtigt, für die grösseren Wasserpflanzen eine eigene Rote Liste zu erstellen. Mag.Dr. Dietmar Jäger hat im Auftrag des Landes Vorarlberg und koordiniert von der inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn in mehrjähriger Bearbeitung die Wasserpflanzen Vorarlbergs untersucht. Sehr detailliert, mit Verbreitungskarten und mit attraktiven Bildern untermalt, stellt der Autor alle Wasserpflanzenarten in Vorarlberg vor und stuft ihre Gefährdung ein. Damit hat Dietmar Jäger mehr geschaffen, als eine einfache Rote Liste. Es ist ein attraktives Nachschlagewerk entstanden, welches diese Arten in den Mittelpunkt rückt, ihre Schönheit aufzeigt und Motivation für ihre Erhaltung gibt. Dafür gebühren dem Autor mein besonderer Dank und meine Anerkennung. Mit dem Band Nr. 6 „Makrophyten“ wird die Serie der Roten Listen Vorarlbergs fortgeschrieben. Die Roten Listen zeigen dabei jedoch nicht nur die Gefährdungen auf, sondern liefern mit den Empfehlungen auch das notwendige Rüstzeug zur Erhaltung der Arten. Die Rote Liste der Wasserpflanzen macht darüberhinaus deutlich, dass Vorarlberg eine besondere Stellung in Österreich bei der Bewahrung der Artenvielfalt einnimmt. Diese Verantwortung um die Naturvielfalt in den Gemeinden und Regionen gilt es weiterhin generationenübergreifend wahrzunehmen.Vorarlberg, Wasserpflanzen, Bedrohte PflanzenDer ökologischen Gruppe "Wasserpflanzen" werden in dieser Roten Liste Armleuchteralgen und all jene Blütenpflanzen zugeordnet, die wiederholt als persistente aquqtische, völlig untergetauchte Formen mit klaren morphologischen oder anatomischen Adaptionen in den Gewässern Vorarlbergs angetroffen werden konnten. Von den 71 in Vorarlberg vorkommenden Wasserpflanzen sind lediglich 21 Arten (30%) "nicht gefährdet" (LC), "vom Aussterben bedroht" (CR) sind 5 Arten (7%) und "stark gefährdet" (EN) sind 20 Arten (28%). Weitere 17 Arten (24%) sind als "gefährdet" (VU) zu bezeichnen. Die "Gefährdung droht" (NT) 4 Arten (65): Von den Armleuchteralgen sind 75% (9 von 12 Arten) zumindest "gefährdet", die somit die am stärksten gefährdete Gruppe darstellen, gefolgt von den samentragenden Hydrophyten mit 63% (25 von 40 Arten) und den Amphiphyten mit 42% (8 von 19 Arten). Eine Samenpflanze und zwei Armleuchteralgen-Arten, deren letzte anerkannte Nachweise über 100 Jahre zurückliegen, scheinen in dieser Roten Liste nicht mehr auf und müssen in Vorarlberg als ausgestorben betrachtet werden.