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  • Titel
    Vergleichende Analyse der Naturverjüngung in unbewirtschafteten und bewirtschafteten Gebirgswäldern am Beispiel des NWR Krimpenbachkessel, Salzatal : Masterarbeit, Universität für Bodenkultur, Institut für waldbau
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2011
  • Seiten
    124 S. + Anhang
  • Material
    Monographie
  • Standardsignatur
    16666
  • Datensatznummer
    172379
  • Abstract
    Im Rahmen einer Fallstudie wurde die Verjüngungssituation im mittel- bis hochmontanen Bergmischwald (Adnostylo glabrae-Fagetum Moor, 1970) im NWR Krimpenbachkessel und dem angrenzenden Wirtschaftswald (WW) im Salzatal in der nördlichen Steiermark verglichen. Es galt herauszufinden inwiefern die Naturnähe den Verjüngungserfolg von Bergmischwäldern beeinflusst und welche die verjüngungsbeeinflussenden Faktoren des Mikroklimas sind. Um die Vergleichbarkeit zwischen NWR und WW zu gewährleisten, wurden die Untersuchungsteilflächen nach ausgewählten Parametern ausgesucht. Die Aufnahmen fanden auf 50 systematisch angelegten Probekreisen (25 im NWR und 25 im WW) mit einer Größe von 300 m² statt, wobei auf den insgesamt 1400 Verjüngungsteilflächen die Keimlingserfassung auf je 0,25 m² und die Erfassung der Mehrjährigen auf je 1 m² erfolgte. Die Einrichtung und Aufnahme auf den Stichprobenpunkten erfolgte nach den Vorgaben des langfristigen Monitoring-Projektes ELENA. Die Naturnähe wurde nach dem Hemerobiewertverfahren nach Grabherr et al. (1998) ermittelt. Mit einem mittleren stehenden Vorrat von 334,4 ± 161,9 Vfm/ha im NWR und 433,4 ± 197,0 Vfm/ha im WW ist der Bestand mit Studien in nahegelegenen Bergmischwaldstandorten durchaus vergleichbar. Die mittlere Totholzmasse ist mit 106,4 ± 155,5 m³/ha im NWR zwar deutlich höher als mit 43,0 ± 69,1 m³/ha im WW aber nicht signifikant unterschiedlich. Der Unterschied ist größtenteils auf lokale Akkumulation von Totholz zurückzuführen. Signifikant unterschiedlich zwischen NWR und WW war die Verteilung der Naturnäheklassen. Die Stichproben im NWR wurden überwiegend mit einem Hemerobiewert von 8 bewertet während im WW ein Modalwert von 6 festgestellt worden ist. Die Keimlingsdichte über alle Baumarten lag im NWR im Mittel bei 19.100 ± 24.826 pro Hektar und im WW bei 14.000 ± 27.780 pro Hektar. Mehrjährige Verjüngungspflanzen < 15 cm wiesen im NWR eine mittlere Dichte von 15.900 ± 29.764 pro Hektar und im WW 5.425 ± 10.103 pro Hektar auf. Über alle Verjüngungshöhenklassen zeigte sich eine deutliche Korrelation zwischen Hemerobiewert und Verjüngungszahl. Ein statistisch abgesicherter Zusammenhang konnte allerdings nur zwischen steigender Naturnähe und steigender Keimlingsanzahl festgestellt werden. Zur Untersuchung der verjüngungsbeeinflussenden Faktoren der Nadelholzarten Fichte und Tanne wurden für die Keimlinge und für die Verjüngung < 15 cm jeweils ein logistisches Regressionsmodell erstellt. Dabei zeigte sich, dass die Parameter Naturnähe und Streubedeckung das Keimlingsaufkommen signifikant positiv beeinflussen, während Flachgründigkeit und hoher Grobbodenanteil einen signifikant negativen Einfluss auf den Anwuchs haben. Bei den mehrjährigen Verjüngungspflanzen < 15 cm zählen Naturnähe und frische Bodenfeuchte zu den Faktoren mit einem signifikant positiven Verjüngungseinfluss. Die Parameter offener Boden und Flachgründigkeit haben einen signifikant negativen Einfluss. Damit zeigt sich in beiden Modellen, dass sich bereits die kurze Unterschutzstellung im NWR Krimpenbachkessel auf die Verjüngung positiv auswirken kann. Verjüngung auf Totholz spielt im Aufnahmegebiet besonders für Fichte und Tanne eine große Rolle. Liegendes Totholz wird von Keimlingen besonders gut angenommen, wobei Totholz mit beginnender Zersetzung häufiger besiedelt wird als stärker zersetztes Moderholz. Schalenwildverbiss gilt bei der Verjüngung zwischen 15-130 cm als häufigste Schadursache mit dem höchsten Schädigungsgrad. Verbissen sind besonders Pionier- und Nebenbaumarten (u.a. Bergahorn, Mehlbeere, Vogelbeere), welche Defizite für die zukünftige Bestandesdynamik darstellen.In a case study carried out in the national forest reserve (NFR) Krimpenbachkessel, which is located in the Salzatal (northern Styria), the natural regeneration situation in the mid- to upper montane mixed forests (Adnostylo glabra Fagetum Moor, 1970) was compared to its surrounding managed forest (MF). The aim of this research was to examine in how far naturalness influence the regeneration in the mixed mountain forests and which factors of the microclimate affect a successful natural regeneration. To ensure comparability between NFR and MF, the study areas were chosen according to selected parameters. The data were collected on 50 regular sample plots (25 in the NWR and 25 in the MF) with a size of 300 m²; 1.400 subplots were used to count the seedlings on plots with a size of 0,25 m² and the saplings on plots of 1 m². The data was collected in accordance with the guidelines of the long-term monitoring-project ELENA. The calculation of the hemeroby value was done using the standard method developed by Grabherr et al. (1998). With an average growing stock of 334.4 ± 161.9 m³/ha in the NFR and 433.4 ± 197.0 m³/ha in MF the amount of volume is comparable to studies done in the nearby mixed mountain forest areas. The average amount of dead wood in the NFR was 133.6 ± 97.7 m³/ha, which may be much higher than in the MF with 43.0 ± 69.1 m³/ha, but it is not significantly different. The differences can be attributed to local occurrence of a large amount of dead wood. The distribution of the naturalness classes was however significantly different between NFR and MF. The investigated area of the NFR was mostly classified with a hemeroby value of 8 and the area of the MF with a hemeroby value of 6. The density of the seedlings for all tree species in the NFR was averagely 19.100 ± 24.826 per hectare and 14.000 ± 27.780 per hectare in the MF. Saplings below 15 cm showed an average density of 15.900 ± 29.764 in the NFR and 10.103 ± 5.425 in the MF. All classes of regeneration showed a significant correlation between the naturalness classes and the regeneration success. Only statistically proved is the correlation between an increasing naturalness and the increasing number of seedlings. For the investigation of the factors that influenced the regeneration of the conifers spruce and silver fir, a logistical regression model was performed for each of them. It was detected that the parameters "naturalness" and "litter accumulation" have a significantly positive influence on the establishment of seedlings, while parameters like "shallow soils" and "high soil texture" have a significantly negative impact on the successful establishment of the seedlings. In the logistical regression model of the saplings < 15 cm the factors "naturalness" and "high soil moisture have a significantly positive influence on the regeneration. The parameters "bare soil" and "shallow soils" have a significant negative influence according to the results of the logistical regression model. Within these two models it has been shown that even a short period of forest protection in the NFR Krimpenbachkessel can already have a positive influence on the regeneration. Regeneration on dead wood plays an important role, especially for spruce and silver fir. Lying dead wood in this study had a better and more frequent influence on the regeneration than decayed wood. Browsing damages by ungulates on plants between 15 30 cm were the most common and serious damages of the regeneration. Particularly pioneer and secondary tree species (sycamore maple, rowan berry, haw) are affected by this browsing damage. At later stages those species will be missing in the standing stock and thus will cause deficits for the forest dynamics.
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142917516666PDFZeitschriftenmagazinVerfügbar