Titel
Vegetationsökologische Studie Schotterbänke Gesäuse : Auswirkungen des Raftingsportes auf ausgewählte Schotterflächen und Uferbereiche der Enns im Gesäuse samt Analyse der Neophytenvegetation
Verfasser
Erscheinungsort
Weng im Gesäuse
Verlag
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
60 S.
Illustrationen
72 Abb., 30 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
16381
Datensatznummer
164599
Quelle
Abstract
Die Enns und ihre Zubringer im Gesäuse stellen einen der letzten naturnah verbliebenen Fließgewässer-Bereich in der Steiermark dar. Es existieren noch zahlreiche Schotterbänke, welche regelmäßig durch die Dynamik des Wassers und dem mittransportierten Geschiebe umgelagert und neu aufgeschüttet werden. Dieser in einem labilen Gleichgewicht befindliche Lebensraum bietet einer Reihe von spezialisierten Pionierorganismen ein Rückzugsgebiet. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden zehn ausgewählte Schotterflächen an der Enns und im Johnsbachtal floristisch-vegetationskundlich untersucht. Ziel waren qualitative Aussagen zum Einfluss des Raftingsports auf diese Bereiche. Als Vergleich konnte bei drei Untersuchungsflächen auf eine bestehende Studie (Freiland & Jungwirth 1992) zurückgegriffen werden. Darüber hinaus wurden Grundlagendaten zur aktuellen Neophytenflora erhoben. Die Vegetationszonierung der Schotterbänke reicht von spärlichen Pionierfluren auf Grobschutt-Schotterflächen mit sehr wenig Feinsediment über geschlossene Flutrasen, Pestwurzfluren und Röhrichte bis hin zu Auwäldern vom Typ der Weichholz-Aue in unterschiedlichen Reifestadien. Alle Vegetationstypen sind essentiell von der Gewässerdynamik abhängig. Aus der Sicht des EU-Naturschutzes (FFH-Richtlinie) besonders interessant sind die vorkommenden Ufer-Reitgras-Fluren (FFH 3220), Lavendelweiden-Auen (FFH 3240) und (Silberweiden-)Grauerlen-Auen (FFH *91E0). Anthropogene Beeinträchtigungen der Untersuchungsflächen wurden festgehalten und, soweit möglich, qualitativ und quantitativ analysiert. Besonders der Einfluss der Aktivitäten von Wassersportlerinnen wurde dabei angeschätzt. Die beschriebenen Lebensräume sind durchwegs in gutem bis hervorragendem Zustand. U.a. konnte der wahrscheinlich größte Bestand des steiermarkweit stark gefährdeten Ufer-Reitgras dokumentiert werden. Negativ gekennzeichnet sind praktisch sämtliche sandigen Buchten und Anlandungen, welche stark unter dem Betritt von anlandenden WassersportlerInnen leiden. Auf den Untersuchungsflächen wurden 10 neophytische und 8 verwilderte Arten nachgewiesen. Zwei Neophyten (Japanischer Staudenknöterich & Drüsiges Springkraut) erscheinen als problematisch, da sie die natürliche Vegetation verdrängen (können). Darauf aufbauend wurden Managementvorschläge für vom Raftingsport beeinträchtigte Flächen sowie für die Bekämpfung invasivier Neophyten ausgearbeitet. Abschließend wurden Vorschläge für ein Monitoring im Hinblick auf die Beobachtung der Neophyten- und Raftingproblematik zusammengestellt.