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  • Titel
    Regenerationsdynamik buchendominierter Laubwälder auf Kalkstandorten : Inaugural-Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Freiburg im Breisgau
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2005
  • Seiten
    163 S.
  • Illustrationen
    34 Abb., 105 Tab., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Monographie
  • Standardsignatur
    16375
  • Datensatznummer
    164381
  • Abstract
    Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Entwicklung eines naturnahen Verjüngungsverfahrens für Kalkbuchenwälder, welches das Ankommen von lichtbedürftigen Mischbaumarten neben den Buchen einschließt. Auf insgesamt vier Versuchsflächen im Jura der schwäbischen Alb und im Muschelkalkgebiet in Thüringen wird die Entwicklung von Jungwüchsen aus Naturverjüngung und Pflanzung unter verschiedenen waldbaulichen Überschirmungsvarianten untersucht. Die Versuchsorte wurden in zwei verschiedenen Regionalklimabereichen gewählt, um mögliche Unterschiede im Verlauf der Regeneration im subatlantischen und im subkontinentalen Klimabereich abschätzen zu können. In diesen Versuchsbeständen wurden durch waldbauliche Behandlung unterschiedliche Überschirmungsvarianten angelegt: geschlossener Bestand, lockerer und lichter Schirm, 30 m- und 60 m Loch. Für die Charakterisierung der Überschirmung wurde Licht gemessen und die Reaktion der Bodenvegetation als Konkurrenz und auch hinsichtlich ihrer Standortfaktoren ausgewertet. Die Reaktion der Jungwüchse der jeweiligen Baumarten auf die Überschirmung wurden mit Hilfe des Wachstums der Sämlinge, älteren und gepflanzten Jungwüchse 2-3 Jahre lang er-fasst. Die Bodenvegetation reagierte vor allem in den Löchern hochdynamisch und zeigte tendenziell die veränderten Standortbedingungen. Konkurrenz zu den Jungwüchsen war nur in den 30 m Löchern und hier vor allem zur Buche feststellbar. Die Baumarten reagierten über die beiden Klimabereiche hinweg auf gut wasserversorgtem Standort gleich: Die Buchen wuchsen generell unter Schirm besser, im 30 Loch stieg der Zuwachs zunächst nur bei den Sämlingen. In der schattigeren Südhälfte wuchsen sie besser als in der sonnigeren Nordhälfte. In den 60 m Lücken war der Rückgang des Anteils der natürlich angekommenen Buchen und die Ausfälle der gepflanzten maximal - die überlebenden Buchen wuchsen jedoch am besten. Die Lichtbaumarten wurden ihrem Namen gerecht und wuchsen in den Löchern deutlich bes-ser als unter Schirm. Dabei konnten nur die gepflanzten Jungwüchse ihren Zuwachs in den 60 m Löchern noch steigern. Auch hier gab es einige Unterschiede. Die Eschen waren am kon-kurrenzstärksten unter Schirm und in den großen Löchern- die Bergahorne wuchsen unter Schirm schlechter und in den kleinen Löchern am besten. Die Kirschen reagierten am schnellsten auf die Auflichtung, blieben aber in ihrem Wachstum geringfügig hinter den Eschen zurück. Auf dem trockeneren Hang konnten die Buchen und Eschen den zusätzlichen Lichtgenuss nicht für eine Wachstumssteigerung nutzen. Hierzu waren einzig die Bergahorne in der Lage. Löcher erwiesen sich demnach als gute Möglichkeit, lichtliebende Mischbaumarten in Buchenwäldern zu etablieren. Aus der Untersuchung lassen sich folgende Schlussfolgerungen ableiten: - Auf vergleichbarem Standort wirkte die Überschirmung unterschiedlich auf das Wachstum der Baumarten. Dabei wuchsen die Lichtbaumarten in Löchern, die Buche unter Schirm besser. - Standortunterschiede von trockenem zu frischem Standort hatten einen größeren Einfluss als die Überschirmung. Diese hatte auf trockenem Standort keinen steigernden Effekt auf das Jungwuchswachstum der Buche und nur geringfügig auf das der Berg-ahorne.Bei vergleichbarem Standort traten keine regionalklimatischen Unterschiede im Wuchsverhalten der Baumarten auf. - Die Bodenvegetation reagierte dynamisch auf die Auflichtung. Die Arten zeigten tendenziell die veränderten Standortbedingungen. Es gab nur in den 30 m Löchern Konkurrenz durch Brombeere. Auflichtungen waren zumindest für die Regeneration der Lichtbaumarten unproblematisch. - In Löchern war die Buche in der Initialphase konkurrenzschwächer gegenüber den Lichtbaumarten. Dennoch konnten sie zwischen den höheren Eschenjungwüchsen überleben und wirkten vital. Ein Buchenanteil wird voraussichtlich auch in Löchern längerfristig erhalten bleiben. Unklar blieb, wie sich die Konkurrenzverhältnisse weiter entwickeln. - Pflanzung war auf dem verjüngungsfreudigen Standort bei der Ausgangslage mit 10 % Mischbaumartenanteil im Altbestand nicht notwenig. - In nur vier Jahren war die Verjüngung in den Löchern nicht mehr verbissgefährdet. - Ein Verjüngungsverfahren mit langfristiger Überschirmung führt zu buchendominier-ten Wäldern und ohne größere Löcher zum Ausfall der Mischbaumarten. Daraus wurde ein Vorschlag zur Verjüngung von Kalkbuchenwäldern für die verschiedenen Baumarten abgeleitet. Buchen sollten unter lichtem Schirm mit 35 % relativer Beleuchtungsstärke verjüngt werden. Für Eschen und Kirschen sind 60 m Löcher ideal, die Kirschen sind ggf. als Gruppen zu pflanzen. Für Bergahorne werden 30 m Löcher empfohlen. Neben der Lichtstellung ist der Schutz vor Wildverbiss entscheidend für den Erfolg.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
142690116375PDFelektronische PublikationVerfügbar