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  • Titel
    Untersuchungen zum fluvialen Sedimenttransport in Einzugsgebieten der nördlichen Kalkalpen (Reintal/Wettersteingebirge und Lahnenwiesgraben/Ammergauer Alpen) : Dissertation, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Naturwissenschaftlichen Fakultät III
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Halle/Saale
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2008
  • Seiten
    58 S.
  • Illustrationen
    14 Abb., 9 Tab., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Monographie
  • Standardsignatur
    16372
  • Datensatznummer
    164371
  • Abstract
    In der vorliegenden Arbeit wurden Untersuchungen zum fluvialen Sedimenttransport in zwei Einzugsgebieten in den nördlichen Kalkalpen in Oberbayern vorgestellt. Der Schwerpunkt lag bei der Quantifizierung des Sedimentexports über die Grenzen der Einzugsgebiete hinaus. Dazu wurden seit dem Jahr 2000 Pegelmessstationen betrieben und Messungen und Analysen zu den im Wasser transportierten Feststoffen und gelösten Sedimenten durchgeführt. Der fluviale Sedimenttransport der Partnach im Reintal im Wettersteingebirge war bis zum August 2005 von der Lösungsfracht dominiert. Dafür verantwortlich war zum einen der in Bezug auf den Feststofftransport entkoppelte Charakter des Tales, und zum anderen das gut entwickelte Karstsystem im Wettersteinkalk. Durch Bergsturzablagerungen wurden große Teile des als Feststoffe transportierten Sediments zurückgehalten, so dass vorwiegend gelöstes Material in der Partnach transportiert wurde. Die geomorphologisch effektiven Abflüsse liegen im Bereich von MQ (2-4 m3s-1). Dieses Sedimenttransportverhalten wurde durch ein Extremereignis im August 2005, den Dammbruch der Vorderen Blauen Gumpe, verändert. Erste Geschiebetransportmessungen (Helley-Smith) nach dem Dammbruchereignis belegen einen deutlich erhöhten Feststofftransport auch bei geringeren Abflüssen. An der Messstation Burgrain am Lahnenwiesgraben (Ammergauer Alpen) dominierte der Feststofftransport gegenüber der Lösungsfracht. Große Teile des Einzugsgebiets sind aus quartären Lockermaterialspeichern aufgebaut, die als laterale Sedimentquellen dienen. Außerdem sind die zum Rückhalt des Grobgeschiebes errichteten Sperren im Bachlauf des Lahnenwiesgrabens mit Sediment gefüllt, so dass über weite Strecken der lückenlose Durchtransport der Feststoffe gewährleistet ist. Einzelne niedrigfrequente Hochwasserereignisse transportierten den Großteil des exportierten Sediments. Im Gegensatz zum Reintal bilden im Lahnenwiesgraben die Abflussklassen >20 m3s-1 den effektiven Abfluss. Weitere hydrogeomorphologische Untersuchungen wurden im Reintal durchgeführt. Einzelne Sedimentspeicher und Gerinneabschnitte der Partnach wurden detailliert geodätisch vermessen, um darüber den Feststofftransfer quantitativ zu ermitteln. Durch die Kopplung verschiedener Methoden (Analyse historischer Quellen, geodätische Vermessungen, geophysikalische Sondierungen - durchgeführt von Oliver Sass und Michael Krautblatter) war es möglich, den Verlauf der Verfüllung des Sees Vordere Blaue GumpeŃ seit seiner Entstehung um 1800 detailliert und vor allem quantitativ nachzuvollziehen. Im Gerinneabschnitt zwischen Vorderer Blauer Gumpe und Messstation Bockhütte am Ende des Einzugsgebiets Reintal wurde für einzelne Hochwasserereignisse Sedimentbilanzen ermittelt. Dafür wurden Quer- und Längsprofilpeilungen und şvermessungen sowie geomorphologische Kartierungen, amtliche Orthophotos und von Fesselballon bzw. Helikopter gestützte Luftbildaufnahmen ausgewertet. Von besonderer (fluvial)geomorphologischer Bedeutung war das extreme Hochwasserereignis vom August 2005. Dabei wurde der kleine Bergsee Vordere Blaue GumpeŃ komplett mit Sediment gefüllt und die Krone des ihn aufstauenden Bergsturzdamms um 2-3m eingeschnitten. Im weiteren Verlauf des Hochwassers wurde der unterstrom liegende Abschnitt der Partnach im Reintal stark überformt und insgesamt mehr als 100000 t Sediment von den Hängen, Ufern und auch aus dem Gerinnebett mobilisiert. Davon wurden ungefähr 25000 t aus dem Reintal exportiert.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
142689716372PDFelektronische PublikationVerfügbar