Titel
ROADEVAL – Evaluierung der Wirksamkeit Forstliche Erschließungsmaßnahmen : Endbericht Forschungsprojekt Nr. 2082 : Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
45 S.
Illustrationen
21 Abb., 10 Tab., 35 Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
16356
Datensatznummer
163536
Abstract
Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes war die Erstellung eines Kriterien- und Indikatorenkatalogs für die Beurteilung der positiven Auswirkungen von forstlichen Erschließungsmaßnahmen. Mit Hilfe dieses Katalogs, der ökonomische, ökologische und sozio-ökonomische Kriterien umfasste, sind insgesamt 48 Forststraßen, welche im Rahmen des EU-Förderprogramms Entwicklung des ländlichen Raums gebaut wurden, evaluiert worden. Gleichzeitig ist die Entwicklung einer webbasierten Datenbank abgelaufen, in der sowohl die Daten der laufenden Erhebung eingegeben wurden, die aber auch für künftige Evaluierungen gerüstet ist. Die Ergebnisse der vorliegenden Evaluierung belegen sehr klar den positiven Einfluss des Forststraßenbaus auf die Waldbewirtschaftung und Entwicklung im ländlichen Raum. Mit der Errichtung der Forststraße ist eine Zunahme bei den waldbaulichen Pflegemaßnahmen verbunden. Vor dem Bau waren diese auf Grund der fehlenden Erschließung und damit verbundener hoher Kosten teilweise nicht möglich. Auf Grund der höheren Erschließungsdichte können auch selektive (einzelstammweise) Nutzungseingriffe kostendeckend durchgeführt werden. Auf den evaluierten Flächen wurde ein weg vom Kahlschlag hin zu kleinflächigen Nutzungen beobachtet. Damit einhergehend kam es zu einer Zunahme natürlicher Waldverjüngungsmaßnahmen. Wenn flächig genutzt wurde, sind vorwiegend Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft gepflanzt worden. Die Nutzung des Waldes kann durch die Forststraße rationeller durchgeführt werden. Durchschnittlich sind die Holzerntekosten bei der Vornutzung um 40% reduziert worden, während in der Endnutzung eine fünfundvierzigprozentige Kostenreduktion eingetreten ist. Die Forststraße hat auch zum vermehrten Einsatz von modernen und umweltverträglichen Holzerntesystemen geführt. Die Boden- und Stammschäden auf den Probeflächen sind als moderat einzustufen. Durch modernere Verfahren bei der Waldbewirtschaftung und kürzere Wegdistanzen für die Unfallhilfe konnte die Arbeitssicherheit enorm gesteigert werden. Die Walderschließung erhöht nachweislich die Wertschöpfung des ländlichen Waldbesitzers. Einerseits durch die Reduktion der Holzerntekosten, andererseits durch bessere Erlöse auf Grund von qualitativ hochwertigeren Holzsortimenten. Zusätzliche Wertschöpfung entsteht durch den Verkauf von Hackschnitzeln sowie Einnahmen aus Tourismus (Pacht für Mountainbikestrecken) und Jagd. Diese zusätzlichen Einnahmequellen sichern den Verbleib von Waldbesitzern in ländlichen Regionen. Gleichzeitig resultiert eine intensivere Waldbewirtschaftung in der vermehrten Möglichkeit als Unternehmer tätig zu werden. Damit liefert die Walderschließung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung im ländlichen Raum. Um die zeitliche Entwicklung der Auswirkungen von Erschließungen auf Waldbau, Holzernte und Sozio-Ökonomik beurteilen zu können, ist die Kenntnis der Nullvariante notwendig, welche für die vorliegende Untersuchung nicht vorlag. In Zukunft sollte deshalb bei Einreichung des Projektes auch eine Aufnahme der Nullvariante im Hinblick auf die definierten Kriterien- und Indikatoren erfolgen. Über stichprobenartige Evaluierungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt (Erstevaluierung nach 5 und Wiederholungsevaluierung nach 10 Jahren) könnten dann Aussagen bezüglich des zeitlichen Verlaufs von Auswirkungen durch die Walderschließung gemacht werden. Die entwickelte Datenbank ist dafür vorbereitet worden.