Titel
Waldstrukturaufnahme 2008 Grouf
Verfasser
Erscheinungsort
Luxemburg
Verlag
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
75 S.
Illustrationen
31 Abb., 17 Tab., 29 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
ISBN
978-2-9599675-4-2
Standardsignatur
16078
Datensatznummer
161830
Quelle
Abstract
Das Waldschutzgebiet wurde 2004 auf einer Fläche von 153 ha gegründet. Es gehört zum Wuchsbezirk Mosel-Vorland und Syrtal im Wuchsgebiet Gutland und liegt im Oberhangbereich des Moseltales westlich von der Gemeinde Schengen. Die Höhenläge reicht von 285 m ü. NN bis 180 m ü. NN, das Klima ist atlantisch. Auf den Ablagerungen von Keuper und Lias überwiegen schwere tonige mäßig bis stark wechselfeuchte Böden. Der Perlgras-Buchenwald ist die häufigste Waldgesellschaft, kleinflächig kommen der Eichen-Hainbuchenwald und unterschiedliche Laub- und Nadelmischbestände vor. Schon Ende des 18. Jahrhunderts war die Waldfläche Laubwald jedoch kleiner. Teilflächen waren unbestockt und wurden wahrscheinlich landwirtschaftlich genutzt. Seither hat sich das Landschaftsbild grundlegend geändert und in das Gebiet wurden Fichten und andere Nadelhölzer eingebracht. Die forstlichen Eingriffe wegen schwieriger Holzbringung waren gering. Aus Sicht der Luftbildinterpretation präsentiert sich das Gebiet als Laubholzdominiert, mit kleineren eingestreuten Nadelholzflächen. Herrschende Baumarten sind schüttere Eichen und im Allgemeinen vitalere Buchen, die meist räumlich getrennt voneinander stocken. Baumalter, Kronenbeschaffenheit und Überschirmung lassen auf eine viele Jahre extensive Bewirtschaftung schließen. An 58 Stichprobenpunkten einer Fläche von 5,65 ha wurden insgesamt 2718 Bäume aufgenommen. Der Vorrat des lebenden Bestandes beträgt 361 Vfm/ha. In dem baumartenreichen Gebiet sind Eiche und Buche die Hauptbaumarten mit Fichte und Hainbuche als Mischbaumarten. Der Totholzvorrat beträgt 49 Vfm/ha, davon ist ein Drittel stehend. Die Eichen kommen hauptsächlich in den herrschenden Bestandesschichten vor, allerdings sind viele von ihnen absteigend und kümmernd. In der Naturverjüngung hat die Stieleiche nur geringe Anteile, kommt aber in ca. 30 % der Probekreise des Gebietes in geringer Anzahl vor. Die meisten Buchen finden sich in den unteren Durchmesserstufen, ihr Vorratsschwerpunkt liegt jedoch in den obersten Höhenschichten. Sie sind vital und üppig und besetzen alle KRAFT'sehen Klassen. In der Naturverjüngung ist die Buche die häufigste Baumart. Die Hainbuchen sind typische Bäume des Unter- und Zwischenstandes, mit großen Anteilen an unterständigen und beherrschten Exemplaren in der Grouf. Sie sind wie die Buche vital und üppig und kommen häufig in der Naturverjüngung vor. Die Fichten besetzen schwerpunktmäßig die unteren Durchmesserstufen, stocken aber hauptsächlich in der Oberschicht. Trotzdem überwiegen unter den Fichten unterständige und beherrschte Exemplare. Die Anteile an absteigenden und kümmernden Bäumen sind höher als bei Buche und Hainbuche und in der Naturverjüngung ist die Fichte gering vertreten. Insgesamt hat die Naturverjüngung eine mittlere Dichte von ca. 18.000 N/ha, die Höhenklasse 11-150 cm überwiegt. Neben den Hauptbaumarten sind Esche und verschiedene Sträucher in der Verjüngung wichtig. Die Verbissbelastung ist mit 1,5 % relativ gering. In der Grouf wurde ein Waldstrukturdiversitätsindex von 2,41 und eine Evenness von 0,86 berechnet. Insgesamt wurden in der Grouf pro Hektar 182 bzw. pro 1000 Bäume 364 Strukturen festgestellt, dabei überwiegen Risse und Rindenverletzungen sowie Zwiesel und Stockausschläge. In der Diskussion wird auf die bisherige Bestandesdynamik und die heutige Situation des Gebietes eingegangen sowie Prognosen für die weitere Entwicklung abgegeben. Außerdem werden ein Vergleich der Ergebnisse mit anderen Naturwaldreservaten aus Luxemburg und Deutschland hinsichtlich ihres Bestandesvolumens und Totholzanteils sowie den Biodiversitätsparametern Waldstrukturdiversität, Evenness und Potentielle Habitatstrukturen durchgeführt.