Titel
Der Samenanfall 1962/63 an der oberen Fichtenwaldgrenze im Sertigtal
Verfasser
Erscheinungsort
Birmensdorf
Erscheinungsjahr
1965
Seiten
S. 63-85
Illustrationen
4 Abb., 1 Tab., 22 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
1265
Datensatznummer
157498
Quelle
Abstract
Das Jahr 1962 brachte der oberen Fichtengrenze des Sertigstales einen mittleren oder guten Zapfenbehang. Von Oktober 1962 bis Juni 1963 wurden an horizontal verlaufenden Waldgrenzen der Sonnen- und Schattenseite, im obersten Waldstreifen unterhalb und in der baumfreien Zone oberhalb, d. h. zwischen 1975 und 2085 m ü. M., 96 Samenfangkästen zu 0,66 m^2 Fangfläche ausgelegt. Die wichtigesten Ergebnisse sind: 1. Das Samenangebot in der bestockten Fläche war größer als erwartet, erreichte im durchscnitt 2,3 Milionen Fichtensamen ja Hektar oder 231 Samen auf den quadratmeter. 47% waren Hohlkörner, 9% insektengeschädigte Samen und 44% Vollkörner. 2. In einem schmalen Streifen längs der Waldgrenze von ungefähr ein bis zwei Baumlängen oder zehn bis zwanzig Meter Höhenausdehnung konnten noch 22 Samen bzw. 10 Vollkörner je m^2 festgestellt werden. 3. Zwanzig bis neunzig Meter über dem Waldrand fallen nur noch selten Samen an, nämlich zwei bis drei Samen je m^2, oder rund 1% der Samenmenge im Wald. 4. Aus obigen Tatbestand und weiteren Untersuchungen (Kuoch, in Vorbereitung) wird geschlossen, dass die Samenproduktion der obersten Fichtenbestände an sich genügend ist. Wo in solchen Beständen der Verjüngungsnachschub zu gering ist, dürften weniger die an der Waldgrenze selteneren Samenjahre und das kleinere Angebot je Samenjahr die Ursache dazu sein, sondern anthropo-zoogene Verlichtung und ein Mangel an genügend zahlreichen Standortskleintypen, die ein günstiges Keimbett für die Baumart darstellen. 5. Ferner kann aus der Untersuchung geschlossen werden: Die Samenanfall im baumfreien Gebiet oberhalb eines horizontal begrenzten fichtenwaldes nimmt schon beim Austritt aus dem Bestande so rapid ab, das mit der natürlichen Ausbreitung von Samenpflanzen über die aktuelle obere Waldgrenze hinaus in übersehbarer Zeitspanne nicht gerechnet werden kann, selbst dann nicht, wenn die aktuelle Kampfzone einen ehemaligen Waldboden innehat. Die Aussichten werden dort etwas besser sein, wo über dem Wald gutwachsende Baumgruppen als wirksame Samenträger im Niemandsland (gewöhnlich weder Wald noch Weide) bereits vorhanden sind. Die Ausbreitung des Waldes wird aber trotzdem langsam erfolgen.