Titel
Über den Einfluß organischer Bodenabdeckungen im Forstpflanzgarten auf die Wuchsleistung von Verschulfichten sowie auf Bodentemperatur und Bodenfeuchtigkeit
Verfasser
Erscheinungsort
Birmensdorf
Erscheinungsjahr
1970
Seiten
S. 33-65
Illustrationen
10 Abb., 9 Tab., 17 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
1265
Datensatznummer
157442
Quelle
Abstract
In den Jahren 1965 bis 168 wurden neue Mulchversuche in einem Pflanzgarten durchgeführt, in welchem die Verschulfichten stark unter einer als Calcium-induzierter Kalimangel betrachteten Chlorose leiden. Als Mulchmaterial dienten vor allem Kehrichtkompost, Torf und Laubstreue. Die Messung der Bodentemperatur mit Thermistoren in verschiedenen Tiefen (1, 4, 8 und 16 cm) und zu verschiedenen Jahreszeiten ergab, dass die Bodenabdeckung vor allem im Oberboden die Temperaturschwankungen sehr stark ausgleicht, dass aber selbst in 16cm Tiefe noch eine deutlich temperaturnivellierende Wirkung festzustellen ist. Die stärkste Wirkung ist an strahlungsintensiven Tagen zu verzeichnen (Darstellung 1, 5 und 6). Der gemulchte Boden bleibt im Sommer kühler, im Winter (November-März) dagegen etwas wärmer als der nicht gemulchte Boden. Im gemulchten Boden ist bodenfrost seltener und von kürzerer Dauer; die Gefahr des Auswinterns wird dadurch erheblich verringert. Der gemulchte Boden erwärmt sich im Frühling allerdings langsamer. Der lockere Mulch vermindert die Evaporation und verbessert die Infiltration der Niederschläge, da die Oberfläche nicht verkrustet. Dadurch bleibt der gemulchte Boden feucter. Auch im Winter steht den Pflanzen mehr Wasser zu Verfügung, da der Frost nicht so tief eindrnigt, wodurch die Gefahr des Frosttrocknis vermindert wird. Die Bodenabdeckung steigert allerings die Leufttemperatur in unmittelbarer Bodennähe; besonders helles Laub reflektiert merklich mehr Strahlung als normaler Boden. Die jungpflanzen wachsen aber ohnehin in einer zone mit einem sehr steilen Temperaturgradienten. Die Fichten zeigten bestes Wachstum, höchste Chlorophyllgehalte und geringste Symptomhäufigkeit in den mit Kehrichtkompost oder Kompost-Torf_Gemisch gemulchten Parzellen, obwohl alle Mulcharten praktisch gleiche Auswirkungen auf Bodentemperatur und -feuchtigkeit zeitigten. Die beiden erwähnten Mulche bieten jedoch den Bodenorganismen reiche Nahrung und wirken zufolge ihres Gehaltes an Nährstoffen drängend. Die mikroklimatologische Wirkung wird somit durch eine mikrobiologische und Düngewirkung überlagert. Eine Erfassung des Aufwandes an Arbeit und Material (Tabelle 9) zeigt, dass durch eine Mulchung mit krümeligem, reifem Kehrichtkompost der Arbeitsaufwand für Jäten usw. geringer bleibt als im nicht gemulchten Boden. Er ist allerdings größer als bei der Verwendung von Herbiziden, aber jene helfen nicht, die Qualtät und Wuchsleistung der Pflanzen zu verbessern, was ja der Sinn der Bodenabdeckung ist. DIe biologisch wirksamsten Kompost-Mulche erwiesen sich gleichzeitig als die billigsten. Diese Bodenabdeckungen haben sich als geeignet erwiesen, die beobachteten Chlorosen weitgehend zu eliminieren und den Pflanzen ein sehr gutes Wachstum zu ermöglichen.