Titel
Die Standorte jurassischer Buchenwaldgesellschaften mit besonderer Berücksichtigung der Böden : (Humuskarbonatböden und Rendzinen) : Dissertation, ETH Zürich
Verfasser
Erscheinungsort
Zürich
Verlag
Erscheinungsjahr
1950
Seiten
120 S.
Illustrationen
16 Abb., 7 Tab., zahlr. Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
16173
Datensatznummer
156460
Quelle
Abstract
Im Rahmen der pflanzensoziologischen und bodenkundlichen Erforschung des Schweizer Juras sind die Standorte jurassischer Waldpflanzengesellschaften untersucht worden, wobei den Böden besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ausgedehnte Aufnahmen im Feld haben ergeben, daß für die untersuchten Gesellschaften (Assoziationen und Subassoziationen des Fagions), die alle auf Jurasedimenten stocken, vor allem folgende Standortsfaktoren entscheidend sind: a) Standortsklima; b) Bodenklima (Wasser-, Luft- und Wärmehaushalt des Bodens) und c) Beweglichkeit des Bodens (Vorhandensein oder Fehlen von Aufschüttung oder Abtragung). Die exakte Analyse dieser Faktoren erfordert Untersuchungen, die sich über Jahre erstrecken und für die zum Teil die Methoden erst geschaffen werden müssen. Die entscheidenden Standortsfaktoren resultieren aus dem Zusammenspiel vieler Einzelfaktoren, die zum Teil unabhängig voneinander variieren und sich in der Wirkung ersetzen können. Die Einzelstandorte einer Pflanzengesellschaft sind darum nicht in allen Eigenschaften gleich, sondern nur in ihrer Gesamtwirkung; sie sind analog. Was die Böden einer Gesellschaft betrifft, so ist ihre Variabilität um so größer, je klimaxnäher die Gesellschaft ist. Im Zusammenhang mit den übrigen Standortsfaktoren betrachtet, lassen sich die Böden einer Gesellschaft meistens aber deutlich von denen einer anderen Gesellschaft unterscheiden. Übergängen in der Pflanzengesellschaft entsprechen unter sonst gleichen Verhältnissen Übergänge in den Böden und umgekehrt. Die Einzelstandorte und besonders die Böden der einzelnen Pflanzengesellschaften sind eingehend beschrieben worden. Von den untersuchten Juraböden läßt sich allgemein sagen, daß ihre Entkarbonatung mit zunehmender Meereshöhe wegen der Vermehrung der Niederschlagsmenge zunimmt; aus diesem Grunde sind auch die Böden auf der Luvseite stärker entkarbonatet als auf der Leeseite. Meistenorts aber ist die Entkarbonatung durch die reliefbedingte Abtragung oder Aufschüttung gebremst. Durch die Entkarbonatung und die Bodenschichtenverlagerung wird auch der Einfluß des Muttergesteins auf den Feinerde- und besonders den Tongehalt der Böden überlagert. Der prozentische Humusgehalt der Feinerde der Böden ist indirekt proportional dem Gesamtgehalt an mineralischer Feinerde der Profile; die Humusform hängt hauptsächlich vom Klima ab. Bei jedem einzelnen Profil sind für die Erklärung seiner Eigenschaften die unabhängigen Standortsfaktoren Muttergestein. Klima, Relief, Zeit und Vegetation in gleicher Weise zu berücksichtigen. Systematisch (nach der Bodenklassifikation von Pallmann) handelt es sich bei den untersuchten Böden um Humuskarbonatböden und Rendzinen, in einigen Sonderfällen um Braunerden oder um Übergänge zwischen diesen. Bildung und Eigenschaften dieser Böden sind allgemein und für die einzelnen Standorte besonders beschrieben worden.