Titel
Lawinenbildung im Wald und deren Wirkung in der Region Davos : Schlussbericht des Forschungsprojektes 307.80
Verfasser
Erscheinungsort
Davos
Verlag
Erscheinungsjahr
1984
Seiten
21 S.
Illustrationen
3 Abb., 1 Tab., 29 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
15378
Datensatznummer
153321
Quelle
Abstract
Die Lawinenbildung im Wald ist ein komplexer Vorgang. Die Waldschneedecke wird einerseits durch die Bestandesmerkmale (Alter, Baumarten, Schlussart ...), andererseits durch die Standortsfaktoren (Klima, Exposition, Neigung ...) beeinflusst. In der Darstellung 1 wird versucht, die Vielfalt dieser Einflüsse und Wechselwirkungen schematisch aufzuzeigen. Damit soll verdeutlicht werden, Schneeablagerung und damit verbunden auch die Gefahr eines Lawinenanbruches in jedem Wald etwas anders ist, da jeder Wald seinen eigenen Zustand seine eigene Entwicklung und seine speziellen Standortsfaktoren hat. In Kapitel 3 folgt ein kurzer Ueberblick der bisherigen Kenntnisse über die Schneeablagerung und die Lawinenbildung im Wald anhand der Literatur. Anschliessend werden die Ergebnisse des Forschungsprojektes dargestellt. Während der 5 Winter 1979/80 bis 1983/84 wurden die meisten Wälder der Landschaft Davos nach grossen Neuschneefällen und/oder bei starken Wärmeeinbrüchen nach Lawinen abgesucht. Daraus ergeben sich als wichtigste Erkenntnisse: In geschlossenen Fichtenwäldern konnte nie ein Lawinenanbruch beobachtet werden. Oberhalb des Waldes oder auf Waldwiesen angebrochene Lawinen durchfliessen oder durchschlagen den Wald und können durch Bäume nur im wenig geneigten Gelände um 20° gestopt werden. Mit zunehmender Auflockerung verliert der Wald sehr rasch seine stabilisierende Wirkung auf die Schneedecke, so dass Lockerschneelawinen entstehen können. Einzelbäume an der Waldgrenze mit einem Abstand grösser als 15 m bieten praktisch keinen Lawinenschutz. In verlichteten Lärchenwäldern, in Lawinenzügen innerhalb des Waldes und in Wäldern mit Felspartien konnten jeden Winter mehrere Lawinenniedergänge beobachtet werden. Dabei handelte es sich ausschliesslich um Lockerschneelawinen, die zum Teil Schaden an Jungbäumen anrichteten. Lawinen traten vorallem nach grossen Neuschneefällen mit lockerem Schnee oder nach starker Erwärmung auf. Aus den gemachten Beobachtungen wurde versucht, die lawinenhindernde Wirkung des Waldes zu erklären und Hinweise für künftige Untersuchungen zu geben.