Titel
Untersuchungen über die Vegetation und die Wiederbewaldung einer Brandfläche bei Locarno (Kanton Tessin)
Paralleltitel
Ricerche sulla vegetazione e la rigenerazione di una zona bruciata presso Locarno (Cantone Ticino, Svizzera) = Etude de la végétation et du reboisement d'une surface brûlés près de Locarno (Canton du Tessin, Suisse) = Investigations on Vegetation and Reafforestation of a Burned Area Near Locarno (Ticino, Switzerland)
Verfasser
Erscheinungsort
Zürich
Verlag
Erscheinungsjahr
1979
Seiten
105 S.
Illustrationen
17 Abb., 21 Tab., 49 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
629
Datensatznummer
151292
Quelle
Abstract
Die 300 Hektar grosse Untersuchungsfläche leigt im Verbreitungsgebiet des insubrischen Edellaubmischwaldes (Querco-Fraxinetum prov. Ant.) und dies insubrischen Eichen-Birkenwaldes (Querco-Betuletum insubricum prov. Ant.), an einem steilen Südhang oberhalb Locarno-Solduno. Der Charakter der Landschaft ist geprägt durch den heruntergewirtschafteten und regelmässigen Bränden zum Opfer fallenden Stockausschlagwald mit vorherrschender Kastanie (Castanea sativa Mill.). In verschieden alten Brandflächen konnte die Vegetation und die Waldstruktur verglichen und daraus der Entwicklungsablauf rekonstruiert werden. In jüngeren, vorübergehend waldfreien Brandflächen ist eine strauchig-krautige Heidegesellschaft, das Gryllo-Callunetum prov. Ant., ausgebildet, die etwa im 7. Jahr nach dem Brand ins Querco-Betuletum oder in eine trockene Ausbildung des Querco-Fraxinetum übergeht. Durch die rasch vorüberziehenden Lauffeuer bleiben die unterirdischen Organe der Pflanzen und der Bäume erhalten. Die meisten Arten erholen sich im ersten und zweiten Jahr nach dem Brand. Auffällig rasch regenerieren Pteridium aquilinum (L.) Kuhn, Molinia litoralis Host und Castanea sativa. Die Brände wiederholen sich auf derselben Fläche alle 4-7 Jahre. Am meisten gefährdet sind ungepflegte junge Bestände mit einer üppigen Krautschicht, deren oberirdische Teile im Herbst absterben. In den ersten 2-3 Jahren nach dem Brand sind genügend Ausschläge verschiedener Baumarten auf der Fläche gleichmässig verteilt. Die Kastanie besitzt aber die grösste Regenerationsfähigkeit, Vitalität und Wettbewerbskraft und verdrängt die meisten übrigen Arten. Einzig Birke (Betula pendula Roth) und Eiche (Quercus petraea [Mattuschka] Lieblein) vermögen sich da und dort durchzusetzen. Im 12. Jahr nach dem Brand sind die vorwiegend aus Kastanien bestehenden Bestände einschichtig und gleichförmig. Vom waldbaulich-wirtschaftlichen Standpunkt ist eine Überführung der Niederwälder in Hochwaldformen anzustreben. Eine gute Mischung der Baumarten zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zur Erleichterung späterer natürlicher Verjüngung ist meistens möglich, da genügend Auslesematerial verschiedener Baumarten und eine gute Verteilung derselben auf der Fläche vorhanden sind. Die Bestände müssen aber in regelmässigen Abständen gepflegt und damit eine günstigere Beimischung der weniger häufigen Baumarten und eine Förderung der besten Bestandesglieder angestrebt werden.