Titel
Steuerung des Oberflächenabflusses durch standortoptimierte Waldbewirtschaftung.
Paralleltitel
Surface runoff Control by Adequate Forest Management
Verfasser
Erscheinungsort
Klagenfurt
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
S. 517-528
Illustrationen
4 Abb., 3 Tab.,12 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
10248S
Datensatznummer
147244
Quelle
Abstract
Der Einfluss der Vegetation auf den Wasserkreislauf ist mannigfaltig. Aus biologischen, geometrischen, energetischen sowie hydrologischen Gründen sind Evaporation, Transpiration und Interzeption jeder Pflanze und jedes Bestandes unterschiedlich. Aus einer Vielzahl an Beregnungsexperimenten am Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald-, Naturgefahren und Landschaft (BFW) konnten drei Hauptkomponenten für die Abflussentstehung abgeleitet werden: (1) Initialabstraktion und Wasserspeicherung, (2) Abflussbeiwert in Abflusskonstanz und (3) Oberflächenrauheit. Im Rahmen des Projektes :nab (Naturpotentiale alpiner Berggebiete), gefördert von der Gemeinschaftsinitiative INTERREG IIIB des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und beauftragt durch die Gruppe Forst im Amt der Tiroler Landesregierung, wurde vom Büro für Vegetationsökologie und Umweltplanung (WLM) die Waldtypisierung und Waldstratifizierung Tirol durchgeführt. Alle Waldtypen dieser Modellierung wurden hinsichtlich ihres hydrologischen Potentials beleuchtet. Unter der Vorstellung durchschnittlicher, relativ reifer Bestände wurden diese Waldtypen als hydrologische Reaktionseinheiten (HRE) attributiert. Die zuvor angesprochenen drei Hauptkomponenten für die Abflussentstehung wurden für jede HRE unter Berücksichtigung von topographischen Parametern (Morphologie, Exposition, Neigung und Strahlung), Bodenparametern (Textur, Skelettgehalt und Gründigkeit) sowie Vegetationsparametern (Artenzusammensetzung, Frequenz und Deckungsgrad) zugeordnet. Aktuelle Kartierungen (Abflussbeiwert, Oberflächenrauheit) nach Markart et al. (2004) im Einzugsgebiet Enterbach Inzing / Tirol wurden für den Vergleich und die Validierung dieser HRE ş Standortspotentiale herangezogen. Die Auswirkung unterschiedlicher hydrologischer Eigenschaften zwischen aktueller Ausstattung und Standortspotential wurde an ausgewählten Waldtypen am Computermodell simuliert. Die hydrologische Wirkung einer multifunktionalen Forstwirtschaft auf Einzugsgebietseben hängt sehr stark von der aktuellen und potentiellen Waldausstattung und zudem von möglichen Überregnungsszenarien dieser Flächen im Einzugsgebiet ab. Modellrechnungen eines Bemessungsereignisses der Jährlichkeit 100 für das Testgebiet Enterbach zeigen eine substantielle Reduktion der Abflussspitze um 15 Prozent im Vergleich der aktuellen und potentiellen Waldsituation.