Titel
Prognosemodelle für ausgewählte Holzqualitätsmerkmale wichtiger Baumarten : Dissertation, Georg-August Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
309 S.
Illustrationen
148 Abb., 92 Tab., zahlr. Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
15862
Datensatznummer
146049
Abstract
Diese naturalen Prognoseergebnisse bilden wiederum die Voraussetzung für weitergehende Auswertungen wie die Berechnung von Stärkeklassensortimentierungen zur Bewertung der Nutzfunktion oder von Strukturindizes zur Bewertung der Schutzfunktion von Waldbeständen. Eine realitätsnahe Bewertung der Nutzfunktion erfordert neben der Prognose der Stärkeklassenverteilung auch die Prognose der Güteklassenverteilung bzw. der Rohholzqualität. Programme zur rechnerischen Stärkeklassensortimentierung bieten daher häufig die Möglichkeit, Anteile an verschiedenen Güteklassen gutachterlich vorzugeben. Für bestimmte Gütemerkmale, wie die Aststärke und die Schaftform (Abholzigkeit), bestehen jedoch relativ enge Zusammenhänge zur Dimension und zu den Wachstumsbedingungen des Einzelbaumes. Ziel der Arbeit war deshalb die Entwicklung von behandlungssensitiven, statistischen Modellen zur Prognose der Gütemerkmale Astigkeit (Baumarten: Fichte, Douglasie, Kiefer, Buche) und Schaftform (Baumarten: Fichte, Douglasie, Kiefer, Buche, Eiche). Die Modelle beschreiben den Zusammenhang zwischen den Wachstumsbedingungen und der Holzqualität des Einzelbaumes. Sie schaffen damit die Voraussetzung, um die Auswirkungen waldbaulicher Maßnahmen bzw. der Bestandesstruktur auf die Holzqualität zu quantifizieren. Für die Auswahl der Qualitätskriterien war neben den vorhandenen Zusammenhängen zu den Wachstumsbedingungen eines Baumes auch die Relevanz für die Sortierentscheidung maßgebend. Im Rahmen dieser Arbeit wurde zunächst eine neue Klassifikation für Gütemerkmale entwickelt, die im Gegensatz zu herkömmlichen Einteilungen grundsätzliche Unterschiede der Modellentwicklung als Klassifikationskriterium verwendet. Es werden lediglich die Klassen obligate und fakultative Gütemerkmale unterschieden. Die Klassifikation dient der Verdeutlichung von spezifischen Problemen der Modellierung für die beiden Merkmalsklassen sowie als Hilfe bei der Modellkonzeption. Die obligaten Gütemerkmale resultieren aus den Wachstumsprozessen eines Baumes (z. B. die Aststärke), während die fakultativen Merkmale weder am Einzelbaum noch im Bestand zwingend auftreten (z. B. die Rotfäule). Aufgrund dieses wesentlichen Unterschiedes sind bei den fakultativen Merkmalen drei, bei den obligaten Merkmalen lediglich eine Modellebene für die vollständige Erfassung des jeweiligen Merkmals notwendig. Die Beschreibung der Astigkeit umfaßt die Teilaspekte Aststärke, Astdichte und den Astzustand. Der Astzustand wurde mit Hilfe von Modellen zur Beschreibung der Länge der grünen Krone, der Übergangsastzone23 sowie der Totastzone erfaßt. In statistischen Wachstumsmodellen wird die Länge der grünen Krone über Kronenansatzmodelle gesteuert. Neben der Bedeutung für die Prognose des Astzustandes beeinflußt die Kronenansatzschätzung auch die Prognose der maximalen Aststärken eines Baumes, da zwischen der Kronenlänge und der Lebensdauer von Ästen enge Zusammenhänge bestehen. Aufgrund der großen Bedeutung der Kronenansatzhöhe für eine behandlungssensitive Prognose der Astparameter lag ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in der Entwicklung neuer Kronenansatzmodelle. Es wurden mehrere Typen von Kronenansatzmodellen für die Baumarten Fichte, Douglasie, Kiefer, Europäische Lärche, Buche und Eiche entwickelt, die eine an der Auflösung der Eingangsdaten orientierte Prognose erlauben.