Titel
Natura 2000 und nachhaltiger Tourismus in sensiblen Gebieten : Empfehlungen zum Management des Tourismus in Natura 2000-Gebieten im Sinne einer nachhaltigen Tourismusentwicklung
Verfasser
Erscheinungsort
Bonn
Verlag
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
100 S.
Illustrationen
31 Abb., 4 Tab., 36 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
15439
Datensatznummer
141557
Quelle
Abstract
Ziel dieser Studie war es, einen Beitrag zur Steuerung möglicher Konflikte zwischen Natura 2000 und touristischen Belangen zu leisten sowie Wege zur Kooperation zwischen Naturschutz und Tourismus aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang sollte beleuchtet werden, inwieweit die "Richtlinien für biologische Vielfalt und Tourismusentwicklung" der Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) in Managementpläne für Natura 2000-Gebiete Eingang finden können. Die Vogelschutz- und die FFH-Richtlinie (79/409/EWG und 92/43/EWG) bilden die Grundlage für das europäische Schutzgebietssystem "Natura 2000", welches zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa beitragen soll. Kernstück ist das sogenannte Verschlechterungsverbot, welches Maßnahmen oder Veränderungen, die zur Beeinträchtigung der Erhaltungsziele führen könnten, untersagt. Unter den zu schützenden Lebensraumtypen ist für die besonders gefährdeten Gebiete ein Managementplan erforderlich, welcher Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Lösungen im Falle möglicher Belastungen durch touristische und andere Nutzungsformen vorschlägt. Zur Ermittlung und Eingrenzung der Problemfelder im Zusammenhang mit Tourismus in Natura 2000-Gebieten und zur Auswahl geeigneter Regionen zur näheren Untersuchung wurden mit rund 30 überregionalen Experten aus Landesumweltministerien, Landesumweltämtern, Umweltverbänden, aus der Forschung und Planung sowie den Bereichen Tourismus und Freizeit Interviews durchgeführt. Anhand der Ergebnisse wurde eine standardisierte Befragung in acht ausgewählten Großregionen durchgeführt, welche einerseits über eine hohe touristische Bedeutung verfügen und andererseits Natura 2000-Gebiete aufweisen. Anschließend wurden vier Modellregionen (Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer / Halbinsel Eiderstedt, Nationalparkregion Nordeifel, Nördlicher Schwarzwald, Bayerischer Alpenraum / Landkreis Traunstein) bereist und die gewonnenen Informationen weiter vertieft. Mit dem Ziel konkrete Beispiele für Konflikte, Ursachen und Lösungsansätze zu benennen und Ansätze für die Konzeption und Durchführung von Managementplänen zu erhalten, wurden vor allem Betroffene der lokalen Ebene aus den Sektoren Verwaltung, Naturschutz und Tourismus befragt. Auf einem Expertenworkshop wurden die Ergebnisse der Befragungen sowie die entwickelten Managementempfehlungen präsentiert und abschließend diskutiert.