Titel
Vergleich forstlicher Managementstrategien : Umsetzung verschiedener Waldbaukonzepte in einem Waldwachstumssimulator : Dissertation Georg-August-Universität, Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Paralleltitel
Comparison of Forest Management Strategies: Realization of Silviculture Concepts within a Forest Growth Simulator
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
192 S.
Illustrationen
29 Abb., 12 Tab., zahlr. Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
15700
Datensatznummer
141530
Abstract
In der vorliegenden Dissertation wird eine Möglichkeit vorgestellt, forstliche Managementstrategien in einem Waldwachstumssimulator abzubilden. Die Umsetzung von vier Waldbaukonzepten ist dokumentiert, die Anwendung dieser Konzepte wird dargestellt, und die Ergebnisse der Fortschreibungen werden anhand ausgewählter Nachhaltigkeitsparameter diskutiert. Das Ziel dieser Arbeit ist es, wichtige Aufschlüsse über die vom Waldbaukonzept abhängigen Entwicklungsmöglichkeiten von Wäldern zu geben. Es wird mit dem Waldwachstumssimulator BWINPro gearbeitet, der die Bestände auf Einzelbaumbasis fortschreibt. Vier Waldbaukonzepte wurden exemplarisch in den bestehenden Programmcode integriert: 1. eine ertragsorientierte Option (ERTRAG), 2. ein Ökonomie und Ökologie vereinende Alternative (LÖWE), 3. die Umsetzung einer naturnaher Bestockung (PNV) und 4. eine kaum steuernd eingreifendes Konzept (PROZESS). Die programmiertechnische Umsetzung verschiedener Waldbaukonzepte wird durch eine szenarienabhängige Auswahl an Maßnahmenelementen, die in einer Maßnahmenkette hintereinander geschaltet werden, ermöglicht. Als Maßnahmenelemente werden Methoden bezeichnet, die zum Beispiel die Abbildung von Vornutzungs- oder Endnutzungseingriffen, Durchforstungen oder Pflanzungsmaßnahmen ermöglichen. Variantenspezifische Rahmenwerte steuern den Ablauf der Maßnahmenkette. Sie beziehen sich zum Beispiel auf angestrebte Zielstärken, minimale und maximale Entnahmemengen oder auf angestrebte Mischungsverhältnisse einer Strategie. Das Simulationsinstrument verarbeitet Daten aus einer relationalen Datenbank. Als Input dienen gängige Forsteinrichtungsdaten. Die Auswahl der Ausgabeparameter ist an den Katalog der gesamteuropäischen Kriterien einer nachhaltigen Forstwirtschaft angelehnt, der bei der dritten Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder (MCPFE) in Europa 1998 in Lissabon verabschiedet wurde (Resolution L2). Die vier Szenarien werden exemplarisch sowohl auf einen 11610ha großen Untersuchungsraum, als auch repräsentative Beispielbestände aus der Lüneburger Heide angewendet. Die Simulationsläufe zeigen, daß die eingesetzten Algorithmen reale Eingriffe angemessen nachbilden. In den Auswertungsparametern spiegelt sich wider, daß Bestände in den vier Szenarien deutlich verschiedene Entwicklungsrichtungen nehmen. Je nach Ausgangssituation kann die Entwicklung der Bestände im Simulationszeitraum mehr oder weniger beeinflußt werden. In Verbindung mit einer graphischen Benutzeroberfläche könnte das hier vorgestellte Modell potentiellen Nutzern in Zukunft zugänglich gemacht werden. Je nach Zielsetzung können einzelne Module dazu verbessert und auf die individuellen Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten werden. In Zukunft kann das Programm durch eingebettete Sensitivitätsanalysen zu einem Entscheidungsunterstützungssystem reifen und die Optimierung von Waldbaustrategien für verschiedene Interessengruppen ermöglichen.