Titel
Zur Verwendung von Leimringen bei der Abundanz-Bestimmung von Frostspannern : Zugleich ein kritischer Beitrag zur forstlichen Frostspanner-Prognose
Verfasser
Erscheinungsort
Berlin
Verlag
Erscheinungsjahr
1966
Seiten
S. 1-34
Illustrationen
5 Abb., 9 Tab., 29 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
9980S
Datensatznummer
136289
Quelle
Abstract
Im Zusammenhang mit Untersuchungen der Schadgesellschaft des Grünen Eichenwicklers (Tortrix viridana L.) in seinem westfälischen Schadgebiet wurden in den Jahren 1961/64 Leimringfänge von Frostspanner-Imagines (meist: Operophthera brumata L.) durchgeführt. Sie gaben Anlaß zu Überlegungen, in welchem Maße und in welcher Weise dieses Verfahren zur Abundanzbestimmung der Falter zu verwenden sei. Darüber hinaus boten sich Vergleiche an mit den in der forstlichen Praxis gebräuchlichen Prognoseverfahren, wie sie in Niedersachsen (Schütte) und in Mitteldeutschland (Fankhänel) ebenfalls mit Hilfe von Leimringfängen durchgeführt wurden. Bei den Fängen in Westfalen wurde gefunden, daß sich das Geschlechterverhältnis der Falter an den Leimringen mit der Falterabundanz änderte (21.): Mit steigender Falterdichte nahm der weibliche Anteil an den Leimringen zu, nach Überschreiten des Gradationshöhepunktes ging er sogleich wieder zurück. Literaturangaben passen sich, soweit nachprüfbar, dieser Aussage an (215.). Über die Ursachen dieser Korrelation sind nur Spekulationen anzustellen (22.). Bei der Abundanzbestimmung dient als Bezugsgröße für die Falterzahl zunächst der einzelne Kontrollstamm. Er erwies sich jedoch als nicht repräsentativ für eine größere Fläche (31.). Eine sichere Korrelation zwischen der Falterzahl und der Größe des Kontrollstammes (ausgedrückt durch Stammdurchmesser oder -umfang) ließ sich nur bei den männlichen feststellen. Sie sind aufgrund ihrer Flugfähigk( kontinuierlicher im Areal verteilt als die weiblichen (311.). Die Zahl der Männchen am Leimring hängt außer von ihrer Dichte nur noch von ihrer Bewegungs-, d.h. Flugintensität ab, die Zahl der Weibchen am Leimring wird durch ihre diskontinuierliche Verteilung im Areal (311.) und durch die — ungeklärte — Orientierung beim Aufbäumen bestimmt (312.). Der Stammdurchmesser spielt dabei eine vermutlich nur nebengeordnete Rolle. Die Einwirkungen von Holzart, Lage der Versuchsflächen, Lage der Kontrollstämme im Bestand auf die Falterzahlen werden diskutiert (313.). Ein Kollektiv von Kontrollstämmen (in der Praxis 10 pro Fläche) müßte — infolge der diskontinuierlichen Verteüung der Spanner-Weibchen — für die Praxis unerträglich groß angenommen werden, wenn es bestandesrepräsentativ sein soll (32.). Es wurde daher der Versuch gemacht, als Bezugsgröße die Flächengröße einer kleineren Kontrollfläche (10 m X 10 m) zu wählen, auf der alle vorhandenen Stämme mit Leimringen versehen wurden (33.). Die Falterzahlen pro Flächeneinheit streuten erheblich weniger als die Falterzahlen an den Kontrollstämmen. Im Anschluß an diese eigenen Erfahrungen werden die praktisch gebräuchlichen Prognoseverfahren diskutiert (4.). Die Kritik am Verfahren von Fankhänel bezieht sich auf die Verwendung der Gesamtfalterzahl (männlich und weiblich) und auf die Bezugsgröße (Stammumfang) (411.). Das Verfahren von Schütte, die kritische Dichte anhand der Weibchen-Zahlen und der Blattmasse der Kontrollbäume zu bestimmen, wird hinsichtlich seiner Verwendbarkeit in geschlossenen Beständen diskutiert (412.). Auch hier steht die Frage der Repräsentanz im Vordergrund.