Titel
Holznutzung und Naturschutz : Grundlagenbericht
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Bern
Verlag
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
52 S.
Illustrationen
2 Abb., zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
14074
Datensatznummer
134297
Quelle
Abstract
Aus waldwirtschaftlicher Sicht ist der Schweizer Wald heute nicht nachhaltig aufgebaut. Es gibt zu wenig Verjüngung bzw. zu wenig Jungwaldflächen, während der stehende Holzvorrat so hoch ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Diese Situation ist die direkte Folge davon, dass auf dem grössten Teil der Schweizer Waldfläche seit vielen Jahren weniger Holz genutzt wird als nachwächst. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat deshalb eine Steigerung der Holznutzung in der Schweiz für wünschbar erklärt und die Absicht geäussert, entsprechende Massnahmen zu unterstützen. Eine Steigerung der Holznutzung im Schweizer Wald wird Auswirkungen auf die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen haben. Im Extremfall besteht die Gefahr, dass grossflächig, intensiv und wenig differenziert genutzt und mit Auspflanzungen gearbeitet wird, ähnlich wie man es aus der Kahlschlagwirtschaft anderer Länder kennt. Eine Steigerung der Holznutzung bietet aber für die Artenvielfalt auch Chancen. Alle seltenen oder gefährdeten Vogelarten des Waldes sind entweder auf alt- und totholzreiche, urwaldähnliche Bestände angewiesen, oder sie sind typische Arten des offenen, lückigen Waldes mit niedrigem Holzvorrat. Für diese zweite Artengruppe kann mit einer starken Nutzung des Waldes viel erreicht werden, beispielsweise, indem man nach Räumungen die nachfolgenden Pionierphasen sich selbst überlässt. Die grosse Herausforderung ist es, dabei gleichzeitig und im selben Gebiet die Ansprüche der auf Alt- und Totholz angewiesenen Arten zu berücksichtigen. Aus ökologischer Sicht sollten auf möglichst kleinem Raum lichte, lückige Bestände und gleichzeitig wenig genutzte, totholzreiche Wälder vorhanden sein.